4. Februar 2012

Könnte Chris­tian Wulff an den Hells Angels scheitern?

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Liebe Mit­tel­hes­sen­blog­le­ser: Mit­ten im Bun­des­prä­si­den­ten­wahl­kampf taucht plötz­lich eine Nach­richt auf, die für Chris­tian Wulff, wenn sie sich so, wie sie im Weser­ku­rier am 13. Mai 2010  berich­tet wird, als wahr erweist, tat­säch­lich ein hef­ti­ger Stol­per­stein auf dem Weg zur Bun­des­prä­si­dent­schaft wer­den könnte.

Von einem Bun­des­prä­si­den­ten wird ein Höchst­maß an Inte­gri­tät erwar­tet. Zwar wird auch Joa­chim Gauck von den Lin­ken als nicht wähl­bar atta­ckiert — das aber aus kom­plett ande­ren Grün­den, als denen, in die  der bis­he­rige nie­der­säch­si­sche Minis­ter­prä­si­dent ver­strickt zu sein scheint. Stim­men die Vor­würfe, dann hat Wulff als ver­ant­wort­li­cher Minis­ter­prä­si­dent einen Kor­rup­ti­ons­fall in der Han­no­ve­ra­ner Staats­an­walt­schaft nicht nur gedeckt, son­dern auch die Beför­de­rung des betrof­fe­nen Staats­an­wal­tes zuge­las­sen. Die Vor­fälle, um die es geht, lie­gen in ihrer Anfangs­ent­wick­lung zwar noch vor der Amts­zeit Wulffs, zie­hen sich aber in seine Amts­zeit hin­ein. Eine ent­schei­dende Rolle, ob die Vor­würfe zutref­fend sind, könnte dabei Frank Hane­buth spie­len. Jener Frank Hane­buth, der erst kürz­lich als Chef eines des, wenn nicht des ein­fluss­reichs­ten Char­ter Deutsch­lands der Hells Angels wegen des geplan­ten Frie­dens­ab­kom­mens mit den Ban­di­dos für Schlag­zei­len sorgte.  Ein zen­tra­ler Name ist der des Han­no­ve­ra­ner Juris­ten Uwe Gör­lich, der zu Beginn des neuen Jahr­zehnts im Rot­licht–Milieu ermit­telte. Dabei angeb­lich auch gegen Hane­buth. Nur, dar­über gebe es kei­ner­lei Unter­la­gen. Ein Ver­fah­ren gegen Gör­lich ver­lief im Sande. Die dama­lige Staats­an­walt­schaft soll das Ver­fah­ren mani­pu­liert haben, um Gör­lich von jedem Ver­dacht rein­zu­wa­schen. Gör­lich wurde spä­ter sogar zum Ober­staats­an­walt beför­dert und ist heute für Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät zuständig.

Dass Hane­buth sel­ber eine schil­lernde Figur ist, beschreibt ein Zeit­ar­ti­kel. Darin wird Hane­buth viel­fäl­tige Betei­li­gung an Geschäf­ten genannt, in denen die Poli­zei Garb­sen ermit­telte. Hane­buth wurde unter ande­rem Men­schen­han­del, Zuhäl­te­rei, Wucher und Aus­beu­tung von Pro­sti­tu­ier­ten und ande­res mehr vor­ge­wor­fen. Die Poli­zei dachte 2000/2001 Hane­buth ding­fest gemacht zu haben, doch der damals ver­ant­wort­li­che Staats­an­walt hatte die Fak­ten­lage als zu dünn bezeich­net. Der Ankla­ge­ver­tre­ter war Gör­lich.

Aus Sicht der Hells Angels sel­ber ist der Blick auf die Rocker­ver­ei­ni­gung durch­aus viel­schich­tig und stellt sich, bewegt man sich von ein­schlä­gi­gen Poli­zei­mit­tei­lun­gen weg, als eine Welt dar, in der die eta­blier­ten Gesetze mit­un­ter aus­ge­he­belt sind, wenn es um Ehren­fra­gen geht. In der Schwei­zer Bike-Time fin­det sich hierzu ein sel­te­ner Blick hin­ter die Kulis­sen der Angels.

Inter­es­sant wäre nun, zu erfah­ren, was Hane­buth mit zehn­jäh­ri­gem Abstand nun sel­ber sagt. Hat Gör­lich damals ordungs­ge­mäß gegen Hane­buth ermit­telt oder nicht. Würde Hane­buth Gör­lichs Aus­füh­run­gen zum Thema bestä­ti­gen, dann wäre zumin­dest der Ver­dacht vom Tisch, Gör­lich habe unsau­ber ermit­telt. Genauso wäre inter­es­sant zu erfah­ren, wie  die Zen­trale Stelle Orga­ni­sierte Kri­mi­na­li­tät und Kor­rup­tion (ZOK) bei der nie­der­säch­si­schen Jus­tiz heute den Fall bewer­tet. Gerade mit Blick auf die deut­sche Bun­des­prä­si­den­ten­wahl dürfte es wich­tig sein , wie Wulff in die­ses Ren­nen gehen wird.

———————Ser­vice———:
Liebe Leser, einen kom­plet­ten Über­blick über die Mit­tel­hes­sen­blo­g­ar­ti­kel zur Bun­des­prä­si­den­ten­wahl erhal­ten Sie mit die­sen Links:

1. Anfrage an Hells Angels

2. Ant­wort im Ori­gi­nal:

3. Redak­tio­nel­ler Text zur Ant­wort

4. Kom­men­tar zum Wahl­aus­gang vor dem Hin­ter­grund der Han­no­ver­schen Justizaffäre

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Comments

  1. Kurt says:

    Seit wann „schei­tert” ein Poli­ti­ker, wenn die Kon­zerne ihn wollen?

    Mora­li­sche Stol­per­steine exis­tie­ren für sol­che Leute nicht. Der größte Teil des Bun­des­ta­ges ist voll von Kon­zern­an­ge­stell­ten „VolksvertreterInnen”.

    Solange wir immer wei­ter uns „Stimme abge­ben”, wird sich daran auch nichts ändern.

  2. renner says:
  3. renner says:

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