4. Februar 2012

Kurz­gu­cker: Der Bun­des­prä­si­dent: Chris­tian Wulff — Joa­chim Gauck — Stasi — Hells Angels ?

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KOMMENTAR

Liebe Mit­tel­hes­sen­blog­le­ser: Jetzt haben wir den Bun­des­prä­si­den­ten­sa­lat — Mit viel Getöse wurde nun Chris­tian Wulff doch noch Bun­des­prä­si­dent. Sie hoffe, er werde ein guter Bun­des­prä­si­dent sein, sagte die Grü­nen­po­li­ti­ke­rin und Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­tin Kat­rin Göring-Eckardt in der Plas­berg­schen Polit­plau­der­stunde. Und Her­mann Otto Solms, ihr Pen­dant bei der FDP, bemühte sich, die Qua­li­tä­ten bei­der Kan­di­da­ten herauszustellen.

Nun denn: Auf der einen Seite mit Joa­chim Gauck ein Mann, der seine Meri­ten als unbeug­sa­mer Ver­fech­ter bürgerlich-demokratischer Rechte schon 1988 in der dama­li­gen DDR her­aus­stellte. Die­sen Mann wollte die eben­falls aus der ehe­ma­li­gen DDR stam­mende Angela Mer­kel ver­hin­dern– um ihre poli­ti­sche Macht abzu­si­chern. Wer hat ihr nun am Ende dabei gehol­fen — unmit­tel­bar Die Linke durch ihre Ver­wei­ge­rung gegen­über Gauck. Weil die­ser spalte statt ver­binde. Nun, aus Sicht geis­ti­ger Erben einer frü­he­ren dik­ta­to­ri­schen Par­tei ver­ständ­lich. Aber auch hier Obacht: Dem Ver­neh­men nach sol­len die Ost-Linken, also auf dem geo­gra­phi­schen Hei­mat­bo­den der frü­he­ren SED, eben jener unter­ge­gan­ge­nen DDR, poli­tik­prag­ma­ti­scher sein als der West­teil. Dem wird nach­ge­sagt, mehr auf der stram­men Linie zu ste­hen. Mög­li­cher­weise stammt die Marschli­nie der Anti­gauck­ler in der Lin­ken ja von den West­lin­ken. Ob es da wohl ver­kappte Ex-Stasinisten gibt. Immer­hin stammte Hone­cker wie Lafon­taine ja auch aus dem Saar­land — „dit weeß im Wes­ten nur kee­ner”. würde der Ber­li­ner jetzt wohl sagen. Es gibt noch etwas, dass Mer­kel und Gauck ver­bin­det: Gauck ist Theo­loge, Mer­kel stammt aus einer Theo­lo­gen­fa­mi­lie. Ver­mut­lich ist es wie mit zwei Magne­ten: Legt man die bei­den glei­chen Pole gegen­ein­an­der, so sto­ßen sie sich ab. Aus Sicht der Phy­si­ke­rin mag das eine pas­sende Erklä­rung sein.

Mit wem hat Wulff eigent­lich etwas gemein­sam: Die Par­tei­mit­glied­schaft in der CDU mit Mer­kel. Ansons­ten? Hm? Nichts eigent­lich: Im Wes­ten auf­ge­wach­sen, jun­ger Wil­der in der CDU, belieb­ter Lan­des­va­ter in Nie­der­sach­sen. Inso­fern hat er da doch etwas mit Mutti gemein­sam, deren Stern ja jetzt aber wohl zu sin­ken beginnt, wenn man den Gerüch­ten Glau­ben schen­ken darf. Ach ja, er hat noch mit einem ande­ren etwas gemein­sam: Ex-Bundeskanzler Ger­hard Schrö­der, auch aus Han­no­ver, auch Ministerpräsident.

Und dann war da noch etwas: Laut der Recher­chen der Kol­le­gin Chris­tine Krö­ger gibt es Ver­bin­dun­gen von Schrö­der zu Frank Hane­buth. Die­ser wie­derum spielt eine zen­trale Rolle in Vor­gän­gen in der Jus­tiz der nie­der­säch­si­schen Lan­des­haupt­stadt. Als Ziel­per­son bei Ermitt­lun­gen der Ankla­ge­be­hörde. In die­sem Zusam­men­hang erscheint der füh­rende Ermitt­ler, Uwe Gör­lich, in einem dif­fu­sen Licht. Das, so schluss­fol­gert Krö­ger, eigent­lich seine unmit­tel­bare Sus­pen­die­rung hätte zur Folge haben müs­sen. Erst durch Sig­mar Gabriel, dann durch sei­nen Nach­fol­ger Chris­tian Wulff. Auf eine Nach­frage des Mit­tel­hes­sen­blogs an Frank Hane­buth als zen­trale Schlüs­sel­fi­gur kommt eine Reak­tion der Hells Angels, die dem Mit­tel­hes­sen­blog gegen­über von einer Hetz­kam­pa­gne des Weser­ku­riers gegen die Rocker­ver­ei­ni­gung spre­chen. Die direkte dienst­vor­ge­setzte Stelle der Han­no­ve­ra­ner Ankla­ge­ver­tre­ter, die Gene­ral­staats­an­walt­schaft in Celle, fährt eine ähnli­che Linie, berich­tet der Weser­ku­rier. Denn diese wirft dem Blatt vor, einem zwei­fel­haf­ten Infor­man­ten auf­ge­ses­sen zu sein. Das Mit­tel­hes­sen­blog wurde von den Hells Angels gefragt, ob es den Berich­ten des Weser­ku­riers auf­ge­ses­sen sei.

Nun fragt sich, ob nicht ins­ge­samt das Volk einer bestimm­ten Sache auf­ge­ses­sen ist: Der Ansicht, dass Vol­kes Wille tat­säch­lich immer auch iden­tisch ist mit Volks­ver­tre­ters Wille.

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Comments

  1. Heide Görlich says:

    Selbst wenn man drei­vier­tel aller Zei­tungs­ar­ti­kel Lügen stra­fen könnte, bleib ein fader Geschmack zurück. Wie­der ein Tief­schlag für die Moral und ein Tri­umph für alle Dop­pel­mo­ra­lis­ten. Heide Görlich

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