4. Februar 2012

Was ein(e) Blogger(in) Ver­le­gern und Jour­na­lis­ten zu sagen hat

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Liebe Mit­tel­hes­sen­blog­le­ser: Eigent­lich soll­ten sich Blog­ger und Jour­na­lis­ten ja spin­ne­feind sein: Weil der böse Blog­ger ja dem Jour­na­lis­ten die But­ter vom Brot zieht, über­flüs­sig macht oder sonst der­glei­chen. Diese Schreck­ge­spens­ter wer­den lie­bend gerne immer wie­der an die Wand gewor­fen, mit blut­rot flam­men­der Schrift. Es geht aber auch anders, man muss bloß hin­hö­ren. Etwa dann, wenn die „Gene­ra­tion Google” ruft.

Dass Blog­ger mit­un­ter und das im zuneh­mend Maße befruch­tend für den Jour­na­lis­mus wir­ken kön­nen, für einen Jour­na­lis­mus des 21. Jahr­hun­derts, diese Erkennt­nis will sich lei­der nur sehr zöger­lich durch­set­zen. Jour­na­lis­mus und Blog­gen, zwei Dinge, die sich aus­schlie­ßen? Das Expe­ri­ment von Welt Kom­pakt, am 30. Juni, die Zei­tung nur von Blog­gern gestal­ten zu las­sen, hatte zu hef­ti­gen Dis­kus­sio­nen wegen der geplan­ten  Nicht­zah­lung von Hono­ra­ren des Axel Sprin­ger Ver­lags geführt. Für die einen erschien es Ehren­sa­che, zumeist kamen die Befür­wor­ter die­ser Posi­tion aus der Blog­ger­szene, von Blog­gern, die im Haupt­be­ruf ihren Lebens­un­ter­halt mit ande­rer Arbeit ver­die­nen. Die Ver­fech­ter der Arbeit gegen ein ange­mes­se­nes Hono­ra­rent­gelt kamen dage­gen aus dem Lager der Frei­be­ruf­ler, soweit dies bekannt ist. Aber abge­se­hen von die­sem Streit um grund­sätz­li­che Fra­gen, bleibt eigent­lich doch die Erkennnt­nis, dass Blog­ger zumeist  Men­schen sind, die sich Gedan­ken machen, über Poli­tik, Gesell­schaft, Rei­sen, Rau­chen, Nicht­rau­chen, des Stress des letz­ten Umzugs und und. Sie wagen aber noch eines: Ihre Mei­nung in den Kom­men­tar­spal­ten von Zei­tun­gen kund­tun, mit Kom­men­ta­ren Spu­ren in ande­ren Blogs hin­ter­las­sen. Dass Blog­ger indes nie­mand sind, vor dem sich Blatt­ma­cher, Ver­le­ger oder eben auch die ganz „nor­ma­len” Jour­na­lis­ten fürch­ten soll­ten, meint dies(e)r Blogger(in), deren/dessen Iden­ti­tät ich bis­her nicht habe klä­ren kön­nen. Dafür aber weiß ich, dass es jemand ist, der seine sie­ben Sachen an dem Ort, an dem er lange wohnte, zusam­men­ge­packt und nach Wien gezo­gen ist. Beruf­lich bedingt, pri­vate Gründe? Auf alle Fälle für einen Neu­an­fang an einem ande­ren Ort.

Und in dem Sinne ver­än­dert sich auch der Jour­na­lis­mus, zumal im und durch das Inter­net. Es sollte sich eben nur noch mehr her­um­spre­chen und keine Infor­ma­tion sein, die mehr­heit­lich nur die so genann­ten Digi­tal Nati­ves inter­es­siert. Die, die sowieso irgend­wie schon seit lan­gem mit dem Inter­net zu tun haben.

Jene ® Blogger/in ruft eines in die Runde: „Hallo, wir sind die Gene­ra­tion Google” und bit­tet eigent­lich nur darum, wahr­ge­nom­men zu wer­den. Mit dem Wunsch nach einer indi­vi­dua­li­sier­ten Zei­tung, nach Nach­rich­ten, die wie im Waren­korb indi­vi­du­ell zusam­men­ge­stellt wer­den. Er/Sie wäre auch bereit, dafür zu bezah­len.
Der Wunsch ist nach­voll­zieh­bar: Mal abge­se­hen von denen, die rein beruf­lich sowieso über­haupt erst ein­mal alles lesen müs­sen, wer setzt sich mor­gens, wäh­rend einer Arbeits­pause noch hin und schmö­kert in 15 oder 30  Minu­ten die ganze Zei­tung durch. Kaum einer, Hand aufs Herz, statt des­sen wird nach per­sön­li­cher Vor­liebe der eine Teil stär­ker, der nächste aus Pflicht­be­wusst­sein gele­sen und der ditte nur genom­men, weil sich damit die Ökobox in der Küche aus­le­gen, das Feuer im Kamin anhei­zen lässt. Weil es Infor­ma­tio­nen sind, die man sowieso nicht haben wollte.
Wie wäre das mit einem indi­vi­du­ell zuge­schnit­te­nen Inhalt? Der bekäme ver­mut­lich mehr Auf­merk­sam­keit geschenkt. Den Anfang muss aber beim Leser lie­gen. Macht der nicht mit und hüllt sich in Schwei­gen, ist der moderne Jour­na­list auch nur wie­der aufs The­men set­zen ange­wie­sen, in der Hoff­nung damit den Geschmack sei­nes Publi­kums getrof­fen zu haben. Die Ände­rung kann also nur vom Leser kom­men, in dem der Wün­sche äußert. Das Mit­tel­hes­sen­blog hat dies schon ange­regt: Durch Geschich­ten, deren Recher­chen von der Leser­schaft getra­gen wer­den, durch Spen­den oder auch direkte Zah­lun­gen. Ihre Mei­nung? Legen Sie ein­fach los! In dem Kas­ten unter die­sem Arti­kel. Danke :-)

Hier kom­men Sie zum Wort­laut jener/s  Bloggers/in : Ver­lags­ge­jam­mer

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