4. Februar 2012

Wirt­schafts­för­de­rer Kel­ten: Altes Kul­tur­volk steht in Mit­tel­hes­sen Pate für ein neues Bier

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Liebe Mit­tel­hes­sen­blog­le­ser: Was war zuerst: Die Henne oder das Ei? Manch­mal weiß man dies nicht. Im Falle des Cere­vi­sia Gis­sen­sis aber schon. Bald vor einem Jahr war in  einer locke­ren Koope­ra­tion aus Gast­wir­ten, Bäckern und Flei­schern gemein­sam mit der Wirt­schafts– und Tou­ris­mus­för­de­rung des Land­kreis Gie­ßen die Idee zu einem neuen Bier gebo­ren wor­den. „Ein Bier muss her”, hieß es, um die frisch aus der Taufe geho­bene Aktion „Essen und Trin­ken wie Kel­ten und Römer” des Land­kreis Gie­ßen zu begleiten.

Nun wurde das Bier im blick­be­stim­men­den Gie­ße­ner Brau­haus­turm von Land­rä­tin Anita Schnei­der vor­ge­stellt. Der ober­gä­rige Bräu soll, so die Absicht, das Zug­pferd in einem buch­stäb­lich gan­zen Korb von kuli­na­ri­schen Lecke­reien werden.

Vorstellung von Cerevisia Gissensis

Tat­sa­che ist, dass ohne die Men­schen, die vor rund 2000 Jah­ren das Gebiet auf und um den heute von Buchen und Eichen bewach­se­nen Düns­berg bevöl­kert haben genauso wie das Gelände ent­lang der Lahn im heu­ti­gen Lahnau es heute ver­mut­lich nicht diese Aktion „Essen und Trin­ken wie Kel­ten und Römer” mit­ten im Zen­trum des heu­ti­gen poli­ti­schen Deutsch­lands geben würde. Wie die kel­ti­schen Kol­le­gen von Achim Fran­zen das Bier ihrer Zeit aller­dings gebraut haben, dar­über gibt es aller­dings nur recht magere Hin­weise ihrer römi­schen Zeit­ge­nos­sen. Denn im Gegen­satz zu den Kel­ten haben die Römer bekann­ter­ma­ßen für reich­lich schrift­li­che Zeit­zeug­nisse gesorgt. Fran­zen ist der tech­ni­sche Geschäfts­füh­rer des Gie­ße­ner Brau­hau­ses und Schöp­fer des Cere­vi­sia Gis­sen­sis. Fran­zen, so Geschäfts­füh­rer Klaus Den­ning­hoff, stand vor der Auf­gabe, sein Brau­ver­fah­ren dem der Kel­ten anzu­pas­sen und diese, so Den­ning­hoff, kann­ten noch nicht die heu­ti­gen Kühl­tech­ni­ken des Bier­brau­ens und haben des­we­gen ober­gä­rig gebraut. Den­noch trotz die­ses Wis­sens: „In den über­lie­fer­ten Rezep­ten gibt es allen­falls Anwei­sun­gen, was man nimmt. Wel­che Men­gen oder gar wel­che Zei­ten, das her­aus­zu­fin­den blieb dann den Nach­fah­ren über­lass­sen”, spricht Gabriele Gott­hardt von den Pro­ble­men heu­ti­ger Köche und Brauer, die die anti­ken Gau­men­kit­ze­leien nach­emp­fin­den wol­len. Gott­hardt  ist die Lei­te­rin der Wirt­schafts– und Tou­ris­mus­för­de­rung des Land­krei­ses und hatte in die­ser Funk­tion gemein­sam mit ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen schon in der Ver­gan­gen­heit diverse Pro­jekte ange­sto­ßen, die dafür sor­gen sol­len, dass die mit­tel­hes­si­sche Region tou­ris­tisch noch bes­ser erschlos­sen wird und damit am Ende nicht nur die hier ansäs­sige Gas­tro­no­mie pro­fi­tiert son­dern auch die nach– und vor­ge­la­gerte Bran­chen wie Bäcker, Flei­scher und Land­wirte und Beher­ber­gungs­be­triebe.  Das jüngste Pro­jekt nun, des­sen Leit­pro­dukt nun das neue Bier wer­den soll, soll den Glanz, der von der römi­schen und der kel­ti­schen Kul­tur heute noch aus­geht und Men­schen in ihren Bann zieht, für die hie­sige Region nut­zen. Mit dem Limes, den viel­fäl­ti­gen Kel­ten­fun­den am Düns­berg, die  und nicht­zu­letzt dem gol­de­nen römi­schen Pfer­de­kopf, der vor kur­zem in Wald­gir­me­ser Römer­la­ger gefun­den wurde, dürf­ten die Kar­ten nicht schlecht lie­gen. A pro­pos Düns­berg: Die Funde, die die Eisen­ver­ar­bei­tungs­künste der Kel­ten am Düns­berg bele­gen, sind in einem ande­ren euro­päi­schen Land­strich, der eben­falls zahl­rei­che Zeug­nisse der Kel­ten auf­weist, bes­tens bekannt: In Finis­tere, dem west­lichs­ten Teil der Bre­ta­gne. Bis dahin ist im übri­gen auch schon der Ruf des neuen Bie­res im Zei­chen von Kel­ten und Römern aus der mit­tel­hes­si­schen Kern­re­gion vorgedrungen.

Wo es das Bier gibt, steht auf den Sei­ten des Gie­ße­ner Landes

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