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	<description>Um die Ecke geguckt: Freier Journalismus aus Mittelhessen (nicht nur)  für Mittelhessen</description>
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		<title>MINT und ein Kurzgucker aus Mittelhessen über geographische Verwechslungen: Am Ende war die Technik schuld</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 01:06:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph von Gallera</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Letztlich ist die Technik und nicht die Unwissenheit von Mitarbeitern oder Nachlässigkeit an der Verwechslung Deutschland und Österreichs in einem Nutzerprofil des Netzwerks von Agitano schuld und damit in allerletzter Konsequenz auch der ausschlaggebende Grund für den jüngsten Mittelhessenblog-Kurzgucker: Auf diesen knappen Nenner lässt sich zusammengefasst der Inhalt eines rund einstündigen Gesprächs bringen, das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-flattr-button"></p><p><strong>Letztlich ist die Technik und nicht die Unwissenheit von Mitarbeitern oder Nachlässigkeit an der Verwechslung Deutschland und Österreichs in einem Nutzerprofil des Netzwerks von Agitano schuld und damit in allerletzter Konsequenz auch der ausschlaggebende Grund für den jüngsten <a title="MINT: Ganz ohne Sprach– und Geo­gra­phie­kennt­nisse geht es auch nicht. Oder: „Micha­el­beu­ern in Deutsch­land”.  Ein Kurz­gu­cker aus Mittelhessen" href="http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/21/mint-ganz-ohne-sprach-und-geographiekenntnisse-geht-es-auch-nicht-oder-michaelbeuern-in-deutschland-ein-kurzgucker-aus-mittelhessen/">Mittelhessenblog-Kurzgucker:</a> Auf diesen knappen Nenner lässt sich zusammengefasst der Inhalt eines rund einstündigen Gesprächs bringen, das Oliver Foitzik mit der Redaktion des Mittelhessenblogs führte.</strong></p>
<p>Foitzik ist geschäftsführender Gesellschafter der in Augsburg ansässigen <a href="http://www.fomaco.de">Fomaco</a> GmbH, die unter anderem im Zuge ihres Engagements für die bundesweite MINT-Initiative mit Agitano die Technik für das Botschafternetzwerk der MINT-Initiative bereitstellt. Was hat eine Verwechslung im Expertennetzwerk von Agitano nun wiederum mit der MINT-Initiative zu tun:</p>
<p>Im Zuge einer Mittelhessenblog-Berichterstattung über die Preisverleihung der<a title="MINT-Fächer, Mit­tel­hes­sen und die 43. Inter­na­tio­nale Physik-Olympiade" href="http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/21/mint-facher-mittelhessen-und-die-43-internationale-physik-olympiade/"> zehn besten hessischen Physikschüler</a>, die sich an der zweiten Vorrunde zur 43. Internationalen Physikolympiade beteilgt hatten, war auch davon die Rede gewesen, wie wichtig für Bewerber um Praktika, Ausbildungs– und Arbeitsplätze bei mathematisch-technisch-naturwissenschaftlichen Berufen auch die Beherrschung der deutschen Sprache, insbesondere der Rechtschreibung wichtig sei. Da in diesem Zusammenhang eben auch von den MINT-Berufen die Rede war, war dies der Anlass für das Mittelhessenblog, auf der Internetseite der <a href="http://www.mintzukunftschaffen.de/">MINT-Initiative</a> nachzusehen, was denn dort etwa zu den Themen MINT und Philosophie gesagt werde, oder eben auch zu Dingen wie Beherrschung der Landessprache, Kultur und geopgrapischen Kenntnissen. Da auf der Seite direkt das Botschafternetzwerk ins Auge fiel, wurde für die Suche direkt das Portal verwendet, dessen technischen Unterbau nun Agitano lieferte. Für die Mittelhessenblogredaktion spielte der technische Anbieter in dem Augenblick noch nicht die entscheidende Rolle. Das sollte sich in dem Augenblick ändern, als bei der Suche nach „MINT“ und dem Ausdruck „Philosophie“ über das Botschafternetzwerk der Hinweis zu einem Artikel kam, in dem es um die richtigen Anredeformen ging. Der Artikel „Das Du-Wort” war von einer Trainerin für den richtigen Auftritt verfasst worden.</p>
<div id="attachment_4759" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/agitano.jpg"><img class="size-medium wp-image-4759 " title="agitano" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/agitano-300x206.jpg" alt="" width="300" height="206" /></a><p class="wp-caption-text">Die veröffentlichte Mittelhessenblog-Repro mit dem fehlerhaften Eintrag auf dem Agitanoprofil</p></div>
<p>Um nun zu wissen, wer denn diese Autorin sei, die durch die Darstellung im Botschafternetzwerk auch MINT-Botschafterin zu sein schien, sah sich die Mittelhessenblog-Redaktion das Profil der Trainerin an. Dieser Profilhinweis führte auf das <a href="http://www.agitano.com">Agitano</a>portal.  Und staunte: Denn dort schien die Entscheidung zwischen Deutschland und Österreich als Herkunftsland der Trainerin nicht eindeutig gefallen zu sein. Neben der österreichischen Landesvorwahl stand als weitere geographischer Hinweis: „Deutschland“ im Profil. Diese Beobachtung lieferte dann gemeinsam mit dem Hinweis auf die richtige Rechtschreibung, den Auslöser für den Kurzgucker. Da ein Kurzgucker im Mittelhessenblog eine besondere Kommentarform darstellt, in der Regel die spontane Redaktion auf Ungereimtheiten, die im Internet zu finden sind, in diesem Fall noch die zeitliche Nähe zum eigentlichen Artikel eine Rolle spielte, wurde der Kurzgucker zeitnah ins Netz gestellt und gleichzeitig, als Grundlage für einen späteren Artikel, sowohl Oliver Foitzik wie auch die Trainerin über den Kurzgucker informiert. Beide meldeten sich kurz darauf .</p>
<p>Wie Foitzik erklärte, geht die Verwechslung zwischen Deutschland und Österreich nun nicht auf einen expliziten Fehler zurück, der beim Eintrag der Nutzerdaten entstanden sein könnte. Ursache sei vielmehr, das sowohl das Botschafternetzwerk wie auch Agitano auf der gleichen technischen Grundlage beruhte, mithin auch bei den Datenbanken. Der Fehler sei technischer Art gewesen und nicht durch geographisches Nichtwissen entstanden.</p>
<p> </p>
<div id="attachment_4811" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/agitano22januar2012.jpg"><img class="size-medium wp-image-4811" title="" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/agitano22januar2012-300x173.jpg" alt="" width="300" height="173" /></a><p class="wp-caption-text">Der korrigierte Fehler nach dem Kurzgucker im Mittelhessenblog. Bildrepro: Mittelhessenblog. Quelle. Agitano.com</p></div>
<p>Zur vermeintlichen Zugehörigkeit von Agitano-Mitgliedern zu den MINT-Botschaftern erklärte Foitzik, das dies ebenfalls aus der Zeit stamme, als Agitano und das Botschafternetzwerk technisch noch die gleiche Grundlage hatten. Heute habe Agitano, das ein Wirtschaftsportal sei, einen anderen Auftritt und mit dem MINT-Botschafternetzwerk technisch nichts zu tun. Die Beobachtung des Mittelhessenblogs wolle man jedenfalls zum Anlass nehmen, diese Trennung auch beim Botschafternetzwerk stärker deutlich zu machen.</p>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/2012/02/02/mint-und-ein-kurzgucker-aus-mittelhessen-uber-geographische-verwechslungen-am-ende-war-die-technik-schuld/" rel="bookmark">MINT und ein Kurzgucker aus Mittelhessen über geographische Verwechslungen: Am Ende war die Technik schuld</a> zuerst publiziert auf <a href="http://www.mittelhessenblog.de">Mittelhessenblog</a> am 2. Februar 2012.</p>
 <p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=4821&amp;md5=fb484a20905d6b32a8b101a8d4627fae" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>MINT: Ganz ohne Sprach– und Geographiekenntnisse geht es auch nicht. Oder: „Michaelbeuern in Deutschland”.  Ein Kurzgucker aus Mittelhessen</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 18:22:06 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-flattr-button"></p><div id="attachment_4354" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2011/12/augenblick2-300x288.jpg"><img class="size-full wp-image-4354" title="Kurzgucker" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2011/12/augenblick2-300x288.jpg" alt="Hier ist das Kurzguckersysmbol des Mittelhessenblog abgebildet." width="300" height="288" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p><strong>Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technologie, kurz MINT: Diese vier Wissensbereiche bilden die Grundlage unserer heutigen Zivilisation. Dass Zivilisation allerdings auch einen kulturellen Überbau oder Unterbau braucht, scheint beim Werben um Nachwuchskräfte für den MINT-Bereich etwas aus den Augen zu geraten.  Teil dieser Kultur sind unter anderem sprachliche und geographische Kenntnisse. Ein kleines Detail aus dem Umfeld der MINT-Förderer mag dies belegen. Dass wenigstens der richtige Umgang mit der eigenen Sprache auch beim potentiell künftigen technischen Personal eine Messlatte ist, das wenigstens machte vor kurzem  ein Unternehmen deutlich: Die Schunk-Gruppe aus Heuchelheim. Wer sich nicht in einwandfreiem Deutsch und ohne „Rächdschreippfähler” nicht richtig bewerben kann, hat zumindest eine vermeidbare Hürde auf dem Weg zum Praktikum, der Lehrstelle oder späterem Arbeitsplatz.</strong></p>
<p>Es sind die großen Namen, die die mathematischen und damit am Ende auch grundlegende technische Grundlagen für unsere moderne Zivilisation legten. Namen wie Leibniz, Euler, Bernoulli, Fermat oder Adam Riese, der es sogar in den Volksmund geschafft hat. Geht der Blick noch weiter zurück, in die Antike, so sind es in Europa vorwiegend griechische Philosophen, die die Mathematik vorangetrieben haben. Euklid, Pythagoras, Platon, Aristoteles, Thales, um nur einige zu nennen. Im Mittelalter gehörte die Mathematik zu den sieben freien Künsten, nicht als Naturwissenschaft, sondern als Teil der Philosophie. Wie nah Religion, Philosophie und, ganz aktuell, die Physik, zusammenhängen, wird dieser Tage deutlich: Im jüngsten GEO-Magazin werden mit einem Erklärungsversuch zum Phänomen des für den 21. Dezember 2012 von den Mayas beschworenen Weltuntergangs drei Modelle von Astrophysikern zum gedachten Ende des Universums mit Schilderungen  diverser Vorstellungen der Apokalypse unter ein Dach gestellt. Dem der Frage nach dem menschlichen Wohin.</p>
<p> </p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>„Die Rechtschreibung sollte schon beherrscht werden”</strong></em></p>
<p> </p>
<p>Wie auch immer: Wer versucht, komplexe mathematische, technische und naturwissenschaftliche Phänomene einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen, um den einen oder die andere für eine berufliche Karriere   in diesen Wissensgebieten zu begeistern, sollte die Kunst beherrschen, auch mit dem Werkzeug richtig umgehen zu können, in dem Gedanken entstehen, formuliert und in die Öffentlichkeit gebracht werden: der eigenen Sprache. Sei es die enge eigene berufliche <span class="domtooltips">Umgebung<span class="domtooltips_tooltip" style="display: none">Hier finden Sie mehr zum Thema <a href="/category/umwelt/">Umwelt </a></span></span> oder eben das breite Publikum. Während der jüngsten <a title="Preisverleihung" href="http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/21/mint-facher-mittelhessen-und-die-43-internationale-physik-olympiade/">Preisverleihung</a> für die hessischen Teilnehmer der zweiten Vorrunde für die 43. Internationale Physik-Olympiade in Tallinn (Reval) formulierte dies Stefanie Türk vom Zentralbereich der Schunk Dienstleistungsgesellschaft. Sie sagte, dass es neben dem fachlichen Wissen, das Bewerber um Praktika oder sonstige Stellen für das Heuchelheimer Unternehmen mitbringen, auch auf Ausdrucksvermögen und Rechtschreibung ankomme. Ob Bewerber darin sattelfest seien, dafür sei die erste Bewerbung, die eingehe, bereits ein Indiz. „Gerade bei Onlinebewerbungen geschieht dies gerne, dass Rechtschreibfehler vorkommen”, erklärte Türk. Ihr Hinweis ist durchaus berechtigt. Und sollte ergänzt werden um den Zusatz, dass auch grundlegende Kenntnisse in der Geographie nicht ohne Nutzen sein könnten.</p>
<div id="attachment_4759" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/agitano.jpg"><img class="size-medium wp-image-4759 " title="Zum Vergrößern aufs Bild klicken" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/agitano-300x206.jpg" alt="" width="300" height="206" /></a><p class="wp-caption-text">Liegt Michaelbeuren wirklich in Deutschland? Repro: Mittelhessenblog, Quelle: Agitano.com</p></div>
<h3 style="text-align: center;">  <strong><em>„</em><em>Michaelbeuern in Deutschland”</em></strong></h3>
<p>Denn: Anscheinend wird auch in einem Netzwerk der Förderer der MINT-Berufe nicht unbedingt alles überprüft, Korrektur gelesen, auf das überprüft, was letztlich zentrale Werbebotschaften gerade aus dem MINT-Umfeld sind: Exaktheit, Gründlichkeit, Zuverlässigkeit. Ein kleines Indiz hierfür liefert ein Mitgliedeintrag im Netzwerk Agitano. Dieses Netzwerk ist nach eigenen Aussagen ein „Business-Netzwerk für Führungskräfte, Experten und Unternehmen”.  Was hat es mit diesem Netzwerk auf sich? Auf den Namen Agitano trifft, wer auf der MINT-Seite  „mintzukunftschaffen.de” sich gerne als MINT-Botschafter registrieren lassen und damit seine Bereitschaft zeigen möchte, die Förderung der MINT-Fächer auch vor einem breiten Publikum zu unterstützen. Dieses Botschafternetzwerk wiederum läuft auf einer eigenen Plattform, die eben von Agitano technisch betreut wird. Wer nun im Zusammenhang mit Mint etwa nach dem Stichwort „Philosophie” sucht, landet auf einem Beitrag der Trainerin Elisabeth Motsch, zum Gebrauch des Wörtchen „Du” in Unternehmen. Wer nun mehr über sie wissen will, erfährt, dass sie in Michaelbeuern in Österreich wohnt. Dass es Österreich sein muss, erschließt sich allerdings nur über die Vorwahl und die Endung der Email-Adresse und ihrer  Website. Im Agitano-Profil steht allerdings in Buchstaben „Deutschland”.</p>
<p>Nun können Tipp– und Rechtschreibfehler immer wieder passieren. Finanziell kurz gehaltene Redaktionen ohne Schlusskorrektorat können ein Lied davon singen, egal ob online oder klassisch gedruckt. Auch private Websites, die von Einzelpersonen betrieben werden, müssen vielleicht nicht unbedingt an diesem Maßstab gemessen werden, wiewohl eine korrekte Rechtschreibung sicherlich nicht verkehrt wäre.</p>
<p>Aber ein Netzwerk, das für Botschafter wirbt, die für Fächer und Berufe werben, denen von Haus aus der Hang zu exakten Definitionen und Begrifflichkeiten quasi in die Wiege gelegt wird, sollte vielleicht Geld genug erübrigen, um auf der eigenen Website für Fehlerfreiheit zu sorgen. Die Verwechslung von Deutschland und Österreich im genannten Beispiel mag im Eifer des Gefechts geschehen sein. Wenn aber immer wieder auf die Professionalität hingewiesen wird, dann sollten solche Fehler nicht passieren. Die Tatsache, dass in diesem Beispiel das Profil 407 mal aufgerufen wurde, bedeutet, dass es zumindest genauso auf Bildschirmen angezeigt wurde. 407 mal wurde der Fehler anscheinend überlesen, fiel nicht auf. Diese Tatsache lässt wiederum die Frage zu, wie aufmerksam überhaupt diese oder andere Seiten gelesen werden. Denn letztlich bedeutet dies: In diesem Beispiel war es relativ einfach, den Fehler zu erkennen. Wie häufig sind Fälle, in denen absichtlich oder aus Versehen Fehler weitergegeben werden? In einem Portal, das für exakte Berufe wirbt, das Menschen bewegen will, für diese Berufe Werbung zu machen, sollte das nicht geschehen. Sonst entstehen fatale Assoziationen („gedankliche Querverbindungen” , redaktionelle Anmerkung). Die harmloseste wäre noch diese: „Rechnen können sie vielleicht. Aber ihre Ergebnisse dann auch verständlich mitteilen, das packen sie dann schon nicht mehr.” Die schlimmere Variante: Erinnerungen an Rechenfehler bei Milliardenschulden oder eingestürzte Hallendächer wegen fehlerhafter Berechnungen.<br />
Dass Schludrigkeit inzwischen zum Alltag gehöre, meinte etwa ein  Focus-Leser zur <a href="http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/astronomie/tid-24565/oooch-wenn-sich-eine-weltraumteleskop-hubble-kommentar_4022244.html">55-Milliarden-Panne </a>der HRE-Bank . Die vergleichsweise geringe Verwechslung von Deutschland mit Österreich mag da noch eher zum Schmunzeln geeignet sein. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass trotz aller MINT-Förderung es eben doch auch auf exakte Kenntnisse der eigenen Sprache und wenigstens die korrekte Zuordnung der näheren geographischen Nachbarschaft ankommt. Es sei denn, in Österreich gibt es eine bisher noch unbekannte Strömung, die nun auch den Beitritt zum Gebiet der Bundesrepublik Deutschland wünscht. Aber das wäre ein Fall für einen weiteren Kurzgucker.</p>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/21/mint-ganz-ohne-sprach-und-geographiekenntnisse-geht-es-auch-nicht-oder-michaelbeuern-in-deutschland-ein-kurzgucker-aus-mittelhessen/" rel="bookmark">MINT: Ganz ohne Sprach– und Geographiekenntnisse geht es auch nicht. Oder: „Michaelbeuern in Deutschland”.  Ein Kurzgucker aus Mittelhessen</a> zuerst publiziert auf <a href="http://www.mittelhessenblog.de">Mittelhessenblog</a> am 21. Januar 2012.</p>
 <p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=4755&amp;md5=34716ac23e5d7cde68f68571c2d1b78a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>MINT-Fächer, Mittelhessen und die 43. Internationale Physik-Olympiade</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 01:13:43 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-flattr-button"></p><div id="attachment_4743" class="wp-caption alignleft" style="width: 390px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/physikolympiade31.jpg"><img class=" wp-image-4743  " title="Physikolympiade" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/physikolympiade31-300x229.jpg" alt="" width="380" height="309" /></a><p class="wp-caption-text">Patrick Bieker von Christian-Wirth-Schule in Usingen, Alexander Matei von der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich und Philipp Risius von der Liebigschule in Gießen (v.l.) freuen sich über den dritten, ersten und zweiten Platz in der hessenweiten Vorrunde für die Teilnahme an der 43. Physikolympiade. Bild: v. Gallera</p></div>
<p><strong>In die Literatur gelangten sie mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_D%C3%BCrrenmatt">Friedrich Dürrenmatt</a> und in Gestalt von Angela Merkel zu politischen Ehren: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Physiker" target="_blank">Die Physiker</a></strong>.<strong> Ohne Physik gäbe es vermutlich diesen Artikel nicht, ebenso wenig das Internet oder den Computer, mit dem der Artikel dann  gelesen wird, egal, ob dieser Computer in die Hosentasche passt oder neben dem Schreibtisch steht. Ohne chemisches Wissen und grundlegende Kenntnisse der Informatik vermutlich ebenfalls nicht. Das, was diesen Artikel technisch möglich macht, sind die so genannten MINT-Fächer.</strong> <strong>Um eines dieser Fächer, nämlich Physik, geht es im Sommer in der estnischen Hauptstadt Tallinn (Reval). In der 43. Internationalen Physik-Olympiade.</strong></p>
<p>Die zehn besten hessischen Teilnehmer der zweiten Vorrunde wurden nun im mittelhessischen Heuchelheim geehrt. Da der Beste aus Südhessen stammt und deswegen in die dritte Vorrunde aufrückt, kann Mittelhessen immerhin darauf stolz sein, dass zwei der besten hessischen Nachwuchsphysiker aus der heimischen Region stammen. Aus Gießen und aus Weilburg. Aus Gießen kommt der 17-jährige Philipp Risius, aus Weilburg der gleichaltrige Tobias Blum. Risius besucht das Liebig-Gymnasium, Blum das Philippinum in Weilburg.</p>
<p> </p>
<div id="attachment_4733" class="wp-caption alignleft" style="width: 527px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/Pioneer.jpg"><img class="size-full wp-image-4733" title="Pioneersonde" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/Pioneer.jpg" alt="" width="517" height="298" /></a><p class="wp-caption-text">Wieso wichen die Pioneersonden vom Weg ab? Unter anderem mit dieser Frage mussten sich die Teilnehmer der zweiten Vorrunde der 43. Internationalen Physikolypiade befassen: Bildquelle: NASA</p></div>
<p>MINT steht für Mathematik, Informatik,  Naturwissenschaften und Technik.  Und genau diese hätten in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch einen schweren Stand. Umso mehr begrüße man die gegenwärtigen Bemühungen in Hessen, diesen MINT-Fächern in der Schule eine noch stärkere Bedeutung zu geben sagte der Hauptgeschäftsführer von Hessenmetall, Volker Fasbender, nun in Heuchelheim. Anlass war die Ehrung der zehn besten Nachwuchsphysiker aus Hessen, zwei von ihnen aus Mittelhessen, bei Schunk.</p>
<p>Die zehn jungen Männer hatten an der 43. Internationalen Physikolympiade teilgenommen, der beste von ihnen hat sich für die Teilnahme an der dritten Runde qualifiziert, die schon bald vom 28. Januar bis zum 3. Februar in Göttingen stattfinden wird. Danach wird sich entscheiden, ob Hessen im Sommer in Tallinn (Reval) mit dabei sein wird oder nicht.</p>
<p>Wie auch immer diese Runde ausgehen wird: Eines fällt doch auf: Zumindest in der Liste, die auf der offiziellen Website der Olympiade die teilnehmenden Bundesländer seit 1991 aufführt, taucht Hessen gerade zwei mal auf: <a href="http://www.ipn.uni-kiel.de/projekte/ipho/teilnehmer.html" target="_blank">2003 und 2006</a>.  Länder wie Bayern oder Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen oder auch Sachsen sind wesentlich stärker vertreten. Alles Länder mit einer hohen Industrie– und Technologiedichte. Fragt sich, ob daran tatsächlich die schulpolitische Ausrichtung einen Anteil hat.</p>
<p>Dass die Jagd nach der Lösung grundlegender physikalischer Fragen oder anspruchsvoller physikalischer Problemlösungen wie sie in der wissenschaftlichen Hochschularbeit  Alltag sei,  allerdings nicht unbedingt mit etwas mit den  Anforderungen in einem Technologieunternehmen wie Schunk etwas zu tun haben muss, sagt Dr. Günter Rinn. Der Leiter der Forschungs– und Entwicklungsabteilung der Schunk Kohlenstofftechnik ist selber Mineraloge.  Den hessischen Wettbewerbsgewinnern erklärte er, dass es etwa im Schunkalltag eher auf die grundlegenden klassischen physikaischen Grundlagen wie die Schwerkraft und bei den verschiedenen subatomaren Teilchen vor allem auf das Elektron ankomme.</p>
<p>Anders als noch vor einigen Jahren, als Unternehmen eher dazu gedrängt werden mussten, Ausbildungsplätze bereit zu stellen, ruft die Wirtschaft, vor allem eben das produzierende Gewerbe und die Industrie händeringend nach gut ausgebildeten Fachkräften. So rief denn Schunk-Geschäftsführer Gerhard Federer durchaus plakativ „Wir brauchen Sie” während der Preisverleihung. Dieser Ruf ist sicherlich ehrlich gemeint. Die Frage ist aber: Was, wenn nun genügend den Aufrufen von Wirtschaft und Industrie folgen,  und es dann ein „sattes Angebot” auf dem Markt gibt und die Wirtschaft unter diesem Angebot dann wieder lediglich die nach Noten vermeintlich Besten herauspickt? Vor fünf Jahren beklagte der Verband der Ingenieure (VDI) einen Misstand zwischen rund 30000 arbeitslosen Ingenieuren und einer dennoch hohen Nachfrage in der Industrie.  Aktuell  scheint sich dieser Trend gedreht zu haben. Der VDI spricht derzeit von einer außergewöhnlichen hohen Lücke. Knapp 18000 arbeitslosen Ingenieuren stehen etwas mehr als 98000 offene Stellen gegenüber, wobei dies in Süddeutschland sich am ehesten bemerkbar mache. Die Lücke sei seit 2000, als man mit der Beobachtung und Aufzeichnung dieser Entwicklung begonnen habe, am stärksten, heißt es aktuell beim <a href="http://www.vdi.de/43974.0.html?&amp;tx_ttnews[tt_news]=56350&amp;cHash=154497c263484e4854e45e31e1bce3d0">VDI</a>.  Solche Nachrichten sind aus Sicht der heutigen Schüler sicherlich Musik. Nur, wohin entwickelt sich ihr Arbeitsmarkt in fünf, sechs oder sieben Jahren, wenn sie sich für eine MINT-Laufbahn entscheiden?</p>
<div id="attachment_4751" class="wp-caption alignleft" style="width: 219px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/tblum2.jpg"><img class=" wp-image-4751 " title="Tobias Blum" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/tblum2-199x300.jpg" alt="" width="209" height="310" /></a><p class="wp-caption-text">Hielt gemeinsam mit Philipp Risius aus Gießen die Mittelhessenfahne hoch: Tobias Blum aus Weilburg. Bild: Mittelhessenblog.de</p></div>
<p> </p>
<p>Wie auch immer, dass trotz erfolgreicher Wettbewerbsteilnahme zumindest bei den beiden Mittelhessen die berufliche Planung für die Zeit nach dem Abitur noch offen ist, und auch nicht unbedingt eine Karriere als Physiker, sondern in anderer Mint-Hinsicht planen, stellten sowohl Philipp Risius wie auch Tobias Blum fest. Und beide waren sich darin einig, dass der Wettbewerb Wissen verlangte, das weit über das Schulwissen hinausging. So mussten sich die Schüler in den zetral gestellten Aufgaben unter anderem mit der so genannten Pioneer-Anomalie befassen. Was dahinter steckt? Ein physikalisches Phänomen, das erst im Frühjahr 2011 gelöst wurde. Der Hintergrund: 1972 und 1973 schoss die Nasa zwei typgleiche Pioneer-Sonden in den Weltraum. Auf ihrem berechneten Weg wichen die beiden Sonden ab, was eigentlich nicht hätte geschehen dürfen. Und erst 2011 war es gelungen, den Grund dafür zu finden.</p>
<p> </p>
<p>Zum Thema gehört ebenfalls dieser <a title="Kurz­gu­cker " href="http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/21/mint-ganz-ohne-sprach-und-geographiekenntnisse-geht-es-auch-nicht-oder-michaelbeuern-in-deutschland-ein-kurzgucker-aus-mittelhessen/">Kurzgucker</a>. Darin wird klar, wieso nicht nur brilliante MINT-ler auch auf die perfekte Beherrschung ihrer Muttersprache und grundlegende geographische und kulturelle Kenntnisse Wert legen sollten.</p>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/21/mint-facher-mittelhessen-und-die-43-internationale-physik-olympiade/" rel="bookmark">MINT-Fächer, Mittelhessen und die 43. Internationale Physik-Olympiade</a> zuerst publiziert auf <a href="http://www.mittelhessenblog.de">Mittelhessenblog</a> am 21. Januar 2012.</p>
 <p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=4725&amp;md5=9030da5f7224689d3dbd75e3269da598" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Lohra: Dach überm Kopf für Familien– und Seniorenrat dank Wettbewerb des HR — In Lauterbach-Maar regelt geänderte Satzung der Seniorenhilfe seit März 2011 Hilfe auch für Kleinstkinder</title>
		<link>http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/14/lohra-dach-uberm-kopf-fur-familien-und-seniorenrat-dank-wettbewerb-des-hr-in-lauterbach-maar-regelt-geanderte-satzung-der-seniorenhilfe-seit-marz-2011-hilfe-auch-fur-kleinstkinder/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 03:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph von Gallera</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Überzeugter Lokalpatriotismus oder tatsächliche Vorreiterrolle für Hessen, möglicherweise über Hessen hinaus? Geht es um die Familien- und Seniorenarbeit in der mittelhessischen Gemeinde Lohra im Südkreis Marburg-Biedenkopf, sind sich die Vertreter des Familien- und Seniorenrats (FSR)  einig, dass sie Vorreiter sind.  Denn ihre Organisationsform sei einzigartig, seit 2007. Bestätigt wird dies  vom benachbarten Seniorenbeirat in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-flattr-button"></p><p style="text-align: justify;"><strong>Überzeugter Lokalpatriotismus oder tatsächliche Vorreiterrolle für Hessen, möglicherweise über Hessen hinaus? Geht es um die Familien– und Seniorenarbeit in der mittelhessischen Gemeinde Lohra im Südkreis Marburg-Biedenkopf, sind sich die Vertreter des Familien– und Seniorenrats (FSR)  einig, dass sie Vorreiter sind.  Denn ihre Organisationsform sei einzigartig, seit 2007. Bestätigt wird dies  vom benachbarten Seniorenbeirat in Dautphe. Ebenfalls auch vom Seniorenbeirat der Vogelsbergkreisstadt Lauterbach. Allerdings wird  in Lauterbach  darauf hingewiesen, dass  durch ein Engagement der Senioren wie in Grundschulen oder mit Hilfen für Alleinerziehende damit der Einsatz des Seniorenbeirats nicht  nur Senioren erreicht. Das regelte vor bald einem Jahr eine Satzungsänderung etwa in der Seniorenhilfe im Ortsteil Maar.<br />
Dass es auf den guten Willen der beteiligten Bürgermeister ankommt, geht übrigens nicht nur aus den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften hervor, sondern auch den Anmerkungen der befragten Ratsvertreter. In Lohra freut man sich gegenwärtig über das erste eigene Dach über dem Kopf. „Schuld” daran ist aber ein öffentlich-rechtlicher Sender, während sich die Gemeinde über einen plakativ wegfallenden Gebäudeleerstand freut.</strong></p>
<p> </p>
<div id="attachment_4717" class="wp-caption alignleft" style="width: 522px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/FSR-Lohra1.jpg"><img class=" wp-image-4717 " title="FSR-Lohra" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/FSR-Lohra1-1024x617.jpg" alt="" width="512" height="309" /></a><p class="wp-caption-text">Vorstand und Mitglieder im neuen Büro des FSR Lohra mit der blauen Notfallmappe, die heute landesweit in Hessen verteilt wird und dem selbst entworfenen Prototypen. Bild: Mittelhessnblog.</p></div>
<p>„Jetzt haben wir endlich ein eigenes Büro. Ohne die Teilnahme am Wettbewerb hätte es aber vermutlich noch länger gedauert”, bekennt Werner Waßmuth. Mit dem neuen Büro, dessen Raum eine lange Geschichte habe ‚werde gleichzeitig ein Gebäudeleerstand an prominenter Stelle in der Marburger Südkreisgemeinde Lohra geschlosssen. Der Hessische Rundfunk hatte mit dem Wettbewerb, in dem hessische Vereine jedes Jahr die Chance haben, sich im regionalen Hörfunkprogramm des Senders vorzustellen, bereits vor neun Jahren begonnen.</p>
<p>Gut ein halbes Jahr stand das ehemalige Ladengeschäft an der Ecke  Gladenbacher Straße und Bahnhofstraße leer. Mit dem Eigentümer habe man sich so einigen können, dass man im Falle eines Falles kurzfristig wieder das Gebäude räumen könne, erklärte Kurt Schlienbecker.  Schlienbecker ist FSR-Vorsitzender, Waßmuth sein Stellvertreter, der sich auch um die Pressearbeit kümmert.<br />
Der FSR  ist von seiner Rechtsform her ein Verein. Gemeinnützig. Nicht gewinnorientiert.  Die Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Seit mittlerweile 12 Jahren. In den ersten sieben Jahren  aber noch als Seniorenrat.  Solange habe der Rat höchstens um die 50 Mitglieder gehabt, berichtet Waßmuth aus dieser Zeit. Seit dem Entschluss, sich insgesamt um die Wünsche und Bedürfnisse von Familien zu kümmern und 2007 den FSR einzurichten, sei die Mitgliederzahl schlagartig gewachsen, aktuell rund 420 Mitglieder. Zu den Angeboten, die der Verein anbietet, gehören neben der Hilfe bei Behördengängen unter anderem auch kostenlose Einführungen in den Umgang mit dem Computer. „Wir haben zum Glück eine bunte Mischung unter unseren Mitgliedern. Vom Professor bis zum Handwerker”, sagt Schlienbecker.  Trotz des vielfältigen Einsatzes für ihre Gemeinde hatte allerdings bisher eines gefehlt: Eine eigene feste Adresse.</p>
<p>Dank des  Wettbewerbs des Hessischen Rundfunks sei der FSR Lohra nun zu seinem Dach überm Kopf gekommen. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte mit seinem Regionalprogramm alle Vereine in Hessen dazu aufgerufen, sich im rechten Licht zu präsentieren. Die Absicht des Senders dürfte klar sein, es geht darum, sich Hörer zu sichern, die Verbundenheit mit den verschiedenen hessischen Regionen zu zeigen. Für die Lohraer jedenfalls bedeutete das, in einer 48-Stunden-Aktion ihr neues Domizil einzurichten. Mit dem Eigentümer sei man sich einig geworden, dass der abgeschlossene Mietvertrag vom Verein flexibel gekündigt werden könne. „Aber daran wollen wir jetzt, wor wir gerade erst eröffnen, nicht denken. Solange unser Verein wächst und unterstützt wird, wird das sicher nicht geschehen”, ist man beim FSR überzeugt. Genauso wie von der Tatsache, mit der Umsetzung dieses Projektvorschlags eine Chance im Wettbewerb zu haben. Denn die endgültige Auswahl wurde unter den drei Vorschlägen getroffen, die vom HR vorher gesichtet worden waren.</p>
<p>Aus Sicht des rührigen Vereins wird in der Gemeinde ohnehin Pionierarbeit geleistet — Denn geht es um die Verständigung zwischen alten und jungen Menschen, werde schnell unterschieden. In „Alte hier, die Jungen da. Zugespitzt könnte das Verhältnis zwischen den Generationen so auf einen Punkt gebracht werden. Zumindest, was Organisationsformen angeht. Denn, wenn es um die Vertretung der Interessen von älteren Mitmenschen geht, gibt es die Seniorenbeiräte. Diese sollen, so sieht es die gesetzliche Grundlage vor, sich unabhängig und neutral verhalten.  Eine bundeseinheitliche Regelung gibt es allerdings nicht. Das geht unter anderem auch aus einer Anfrage der Partei „Die Linke” hervor, auf die die Bundesregierung am 13. April 2011 geantwortet hatte. Die Linke wollte wissen, wie es in Deutschland um die Durchsetzung der  Rechte älterer Menschen bestellt sei. Die Quintessenz der Regierungsantwort: Die Situation ist von Land zu Land sehr verschieden, ebenfalls auch die Möglichkeiten der Einflussnahme. Das setzt sich durch bis auf die kommunale Ebene. Dennoch lehnt die Regierung in ihrer Antwort eine zentrale bundesweite Regelung ab, ebenso die Einrichtung eines Seniorenbeauftragten auf Bundesebene. Im übrigen deckt sich die Antwort mit den Erfahrungen befragter  mittelhessischen Seniorenratsmitglieder: Ohne guten Draht zum Bürgermeister kommt es auf diplomatisches Geschick an. Über eine Die vollständige Antwort kann hier abgerufen werden:  <a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/1705534.pdf">Bundestagsdrucksache 17/5534</a></p>
<p>Wie sieht es um die Pionierarbeit, die man für sich in Lohra in Anspruch nimmt, wenn es um die Zusammenlegung der gemeinsamen Interessensvertretung von älteren Menschen und Familien geht? Auch wenn aus dem benachbarten Dautphe auf die gemeinsame Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft der Seniorenvertretungen im Hinterland (ASH) hingewiesen wird, auch wenn der Vorsitzende des Seniorenbeirats aus Dautphe  Siegfried Ortmüller persönlich zur Einrichtung des neuen Büros gratuliert hatte, so wies Ortmüller doch auch darauf hin, dass es auch ohne eine spezielle Organisationsform wie in Lohra gemeinsame Projekte gebe wie die PC-Übungsstunden, die gemeinsam mit Schülern für ältere Menschen kostenlos angeboten wird. In Lauterbach weist  Beiratsvorsitzender Dr. Bend Liller auf die Zusammenarbeit mit der Eichberg-Grundschule oder eben den neuen Weg hin, der in Maar beschritten werde. Der Weg dahin habe  aber einiges an Arbeit gekostet.<br />
In einem Fall dürfte die Pionierarbeit des FSR aus Lohra aber unbestritten sein: Die Notfallmappe, die heute vom Land Hessen als kostenlose Gabe verteilt wird, geht auf einen Entwurf aus Lohra zurück. Davon proftieren mittlerweile alle Seniorenvertretungen in Hessen. In der Notfallmappe stehen die unter anderem die wichtigsten Informationen für die erste schnelle medizinische Versorgung.</p>
<p> </p>
<p>Weiterführende Links:<br />
<a href="http://www.fsr-lohra.de/" target="_blank">Familien und Seniorenrat Lohra</a>, <a href="http://thementreff.liller.de/" target="_blank">Blog Seniorenbeirat Lauterbach</a>,  <a href="http://www.senioren-auf-draht.sozialnetz.de/aw/dautphetal/~bws/Wir_stellen_uns_vor/">Seniorenbeirat Dautphe</a>, <a href="http://www.lauterbach-hessen.de/rathaus/seniorenbeirat.html" target="_blank">Seniorenbeirat Website Stadt Lauterbach</a>,  <a href="http://www.seniorenhilfe-maar.de/satzung.html" target="_blank">Satzung Seniorenhilfe Maar</a>,  <a href="http://www.lauterbach-hessen.de/rathaus/seniorenbeirat.html" target="_blank">Sozialnetz Hessen</a>,  <a href="http://www.senioren-auf-draht.sozialnetz.de/ca/bt/bao/">Landesseniorenvertretung Hessen</a>, <a href="http://www.bagso.de/die-bagso.html">Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen BAGSO</a>, <a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Freiwilliges-Engagement/mehrgenerationenhaeuser.html">Bundesfamilienministerium</a></p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/14/lohra-dach-uberm-kopf-fur-familien-und-seniorenrat-dank-wettbewerb-des-hr-in-lauterbach-maar-regelt-geanderte-satzung-der-seniorenhilfe-seit-marz-2011-hilfe-auch-fur-kleinstkinder/" rel="bookmark">Lohra: Dach überm Kopf für Familien– und Seniorenrat dank Wettbewerb des HR — In Lauterbach-Maar regelt geänderte Satzung der Seniorenhilfe seit März 2011 Hilfe auch für Kleinstkinder</a> zuerst publiziert auf <a href="http://www.mittelhessenblog.de">Mittelhessenblog</a> am 14. Januar 2012.</p>
 <p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=4683&amp;md5=6384e1a1264d6bb3a22a4cc39199b340" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wulff-Affäre: Der Gießener Kabarettist Matthias Beltz hätte seine Freude gehabt: Die SchauWuDe in Berlin</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 14:58:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph von Gallera</dc:creator>
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"Gnade für niemand- Freispruch für alle": So hieß das erste Soloprogramm des leider viel zu früh verstorbenen Kabarettisten Matthias Beltz. Beltz war ein echter Mittelhesse: In Wohnfeld geboren, in Gießen zu Schule gegangen und dort das Abitur gemacht und später als Jurastudent in Marburg. Im März 2002 beendete ein Herzinfarkt das Leben des politischen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-flattr-button"></p><div id="attachment_4669" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/Beltzio.jpg"><img class="size-medium wp-image-4669" title="Matthias Beltz" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/Beltzio-300x214.jpg" alt="" width="300" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Matthias Beltz 2001 Quelle: Wikipedia, CC, Holger Noß</p></div>
<p><strong>„Gnade für niemand– Freispruch für alle”: So hieß das erste Soloprogramm des leider viel zu früh verstorbenen Kabarettisten Matthias Beltz. Beltz war ein echter Mittelhesse: In Wohnfeld geboren, in Gießen zu Schule gegangen und dort das Abitur gemacht und später als Jurastudent in Marburg. Im März 2002 beendete ein Herzinfarkt das Leben des politischen Kabarettisten. Am 27. März um genau zu sein. Das ist zehn Jahre her. Würde er noch leben, würde er am 31. Januar seinen 67. Geburtstag feiern und vermutlich schon längst die passenden Worte zur Rente mit 67 Jahren gefunden haben. Aber noch mehr zu gerade frisch entstandenen Berliner „SchauWuDe”, wechselnde Aufführungen in den Hauptstadtstudios von ARD und ZDF und am Sitz des Bundespräsidenten.</strong></p>
<p>Das aktuelle Polittheater, das derzeit in Berlin stattfindet, würde Beltz aber mit Sicherheit ebenfalls genug Stoff liefern. Warum. Die leider nicht ordentlich gekennzeichnete Sondersendung der SchauWuDe aus Berlin steht dafür.<br />
Fast muss man sich fragen, ob sich die hauptberuflichen Politiker und die politischen Journalisten in den Hauptstadtstudios der öffentlich-rechtlichen Sender zusammengetan haben, um die Winterpause bedingt klaffende Lücke im wöchentliche Satireprogramm zu schließen. Neues aus der Anstalt, Pelzig oder die Wehlkes Heuteshow fehlen genauso wie die talkmasternden Quasselrunden der Plasbergs, Maischbergers oder Illners. Schweigen im Lande. Winterloch. Das muss natürlich gefüllt werden. Die FDP hatten wir schon. Nachdem sich Christian Lindner rechtzeitig aus dem Staub gemacht hat, sein Nachfolger Döring lediglich einen läppschen Vorfall mit einem Bußgeldbescheid von 1500 Euro vorzuweisen hat und von Karl-Theodor zu Guttenberg gegenwärtig auch nicht viel zu erwarten ist (das mit dem Comeback hat ja nicht so richtig geklappt), musste also etwas anderes her, um die mageren Schlagzeilen mit Inhalt zu füllen.</p>
<p> </p>
<div id="attachment_4670" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/wulff2.jpg"><img class="size-medium wp-image-4670" title="Christian Wulff" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/wulff2-300x294.jpg" alt="" width="300" height="294" /></a><p class="wp-caption-text">Bundespräsident Christian Wulff Quelle: Bundespräsidialamt, Jesco Denzel, Repro: Mittelhessenblog</p></div>
<p>Was kann man da also nehmen: Der Eurofighter-Deal mit den Indern? Nicht wirklich spannend. Außerdem könnte es vielleicht geschickt eingefädelte Wirtschaftsdeals hinter den Kulissen stören. Die Euro-Krise? Bloß nicht dran rühren. Derzeit kann man ja froh sein, dass Ruhe an der Front ist. Außerdem stand ja Weihnachten vor der Tür, der Jahreswechsel und los ist ja nicht wirklich viel. Außer den wilden verwegenen Reitern Uli und Andrea in den Lüften.  Was bliebe noch? Ach ja:Christian Wulff, Bundespräsident. Insgeheim war er ja sowie nicht der Präsident der Herzen. Das ist ja jemand anders. Nicht Peter Sodann. Sondern Joachim Gauck.</p>
<p>Die Kreditaffäre ist insofern also das gefundene Fressen, um mit viel Donnergetöse nun für Schlagzeilen zu sorgen. Darf der denn das, unsereins darf das doch auch nicht. Als Bundespräsident hat er eine Lichtgestalt zu sein — gefälligst. Immerhin stellt er ja Deutschland dar. Oder anders ausgedrückt: Dieter Bohlen sucht zwar mit entsprechend flapsigen Sprüchen alle Jahre wieder den Superstar für Deutschland. Der wahre und echte Superstar sitzt aber in Schloß Bellevue. Übrigens Bellevue: Übersetzt heißt das Schöner Blick, Schöne Aussicht. Wieso der Bundespräsident der Superstar ist: Ein Blick ins Grundgesetz erklärt, wieso der Bundespräsident kraft Amt die Lichtgestalt des offiziellen politischen Deutschland sein soll. In diese Aufgabenbeschreibung passt sowas wie eine Kreditaffäre und der Versuch, die Berichterstattung in irgendeiner Weise zu beeinflussen, überhaupt nicht. Also auf ihn mit Gebrüll.</p>
<p>Der so getriebene tritt nun die Fluch nach vorne an und erklärt sich in einem Interview mit Ulrich Deppendorff  (ARD) und Bettina Schausten (ZDF). Darin bekräftigt er aber noch einmal seine Position, seine Auffassung, dass er ein Opfer geworden ist und im Grunde ja auch nur ein Mensch. Im Grunde also eine Wiederholung all dessen, was schon bekannt ist. Bettina Schausten, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, lässt sich aber nicht lumpen. Sie bezahle Freunden fürs Übernachten 150 Euro, so die Journalistin, als sie Wulff fragt, warum er das nicht mache.  „Machen Sie das mit Ihren Freunden so” fragt Wulff zurück. Schausten antwortet mit „Ja”. Wenn man so will ein Punktsieg für Wulff. Insgesamt eine Vorführung, die jede Satiresendung ersetzt. Wenn man so will: Der Steuer– und GEZ-Gebürenzahler bekam etwas fürs sauer verdiente Geld geboten — allerdings in uerwarteter <span class="domtooltips">Umgebung<span class="domtooltips_tooltip" style="display: none">Hier finden Sie mehr zum Thema <a href="/category/umwelt/">Umwelt </a></span></span> und mit unerwarteten Satireakteuren.</p>
<p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/05/wulff-affare-der-giesener-kabarettist-matthias-beltz-hatte-seine-freude-gehabt-die-schauwude-in-berlin/" rel="bookmark">Wulff-Affäre: Der Gießener Kabarettist Matthias Beltz hätte seine Freude gehabt: Die SchauWuDe in Berlin</a> zuerst publiziert auf <a href="http://www.mittelhessenblog.de">Mittelhessenblog</a> am 5. Januar 2012.</p>
 <p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=4663&amp;md5=b4c759929ca9bd815d81a1b137f47ade" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Affäre Wulff: Vom Glauberg nach Bellevue — „Bild”-ungsland Deutschland — ein Zwischenruf aus Mittelhessen</title>
		<link>http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/04/affare-wulff-vom-glauberg-nach-bellevue-bild-ungsland-deutschland-ein-zwischenruf-aus-mittelhessen/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 14:24:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph von Gallera</dc:creator>
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Was hat das hessische Glauberg mit Schloss Bellevue, dem Sitz des Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, zu tun? Auf den ersten Blick nichts! Auf den zweiten Blick alles. Denn hier wie in Bellevue spielt ein Medium eine Rolle, das eher Politik macht, als dass es sie beschreibt oder kommentiert. Die Rede ist von der Bildzeitung. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-flattr-button"></p><div id="attachment_4635" class="wp-caption alignleft" style="width: 275px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/bloggy3.jpg"><img class="size-medium wp-image-4635" title="Bloggy" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2012/01/bloggy3-265x300.jpg" alt="" width="265" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">„Der nicht mit dem Wulff tanzt” Bild/Montage: Mittelhessenblog/v.Gallera</p></div>
<p><strong>Was hat das hessische Glauberg mit Schloss Bellevue, dem Sitz des Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, zu tun? Auf den ersten Blick nichts! Auf den zweiten Blick alles. Denn hier wie in Bellevue spielt ein Medium eine Rolle, das eher Politik macht, als dass es sie beschreibt oder kommentiert. Die Rede ist von der Bildzeitung. Die Rede ist aber genauso vom Umgang der Medien mit Politikern, ob in der alten Bonner Republik oder der jetzigen Berliner Republik. Einiges scheint sich seit 50 Jahren nicht geändert zu haben.<br />
</strong></p>
<p>In Glauberg diente ein fingierter <a title="Dos­sier Glauberg-NPD-Wachmann-Affäre" href="http://www.mittelhessenblog.de/dossiers/dossiers-2/dossier-glauberg-npd-wachmann-affare/">Neonaziskandal</a> dazu, eine versierte Museumsleiterin um ihre Stellung zu bringen, in Bellevue ist es nun der Bundespräsident, der von der Boulevardzeitung angeschossen wurde. Ob mit den richtigen Methoden oder auf die richtige Art, das zweifeln indes immer mehr Medien an. Fraglich ist aber auch, ob nicht viele der Medien schon vor Wulffs Wahl zum Bundespräsidenten sich nicht zu einseitig mit der Frage befasst haben, wer denn nun der vom Volk eher bevorzugte Kandidat sei, Wulff oder Gauck. Dass nun die Bildzeitung als erste über Wulffs Verwicklungen berichtet und seinen Versuch, diese Berichterstattung zu verhindern, ist nur ein Mosaikstein eines höchst eigenen Weges öffentlicher Meinungsbildung.</p>
<h3 style="text-align: justify;">                                                           <strong><em>Von Cäsar bis Wulff</em></strong></h3>
<p>„Lieber der erste Mann in der Provinz als der zweite Mann in Rom” — dieser Ausspruch wird Julius  Cäsar zugeschrieben, als er 61 vor Christus auf seinem Weg nach Spanien befand, um dort sein Amt als Statthalter anzutreten. 2073 Jahre später gibt es einen Mann, der mit dem römischen Feldherrn, Konsuln und Imperator in Verbindung gebracht wird. Wie Cäsar erster Mann im Staate, ebenfalls einer Republik. Nur bei weitem nicht dieser Machtfülle, mit der Cäsar ausgestattet war. Am 15. März 44 v. Christus fiel der mächtigste Mann Roms durch die Dolche seiner Widersacher, darunter Brutus, der wie ein Sohn war. Wie es aussieht, werden gegenwärtig wieder die Messer gewetzt, um den ersten Mann im Staate zu entmachten. Zu entmachten? Eigentlich nicht. Denn er hatte nie wirklich Macht. Die Macht, die er als Präsident hätte entwickeln können, wäre ihm mit dem einzig möglichen Mittel gegeben gewesen,  das ein deutscher Bundespräsident hat: Die Macht des Wortes. Doch dafür bedarf es eines gewissen Formats. Und dieses Format hätte er sich in seiner Zeit als Landespolitiker erwerben können.</p>
<h3 style="text-align: center;"><strong><em> Format mit Fehlern?</em></strong></h3>
<p>Doch Format setzt die Bereitschaft voraus, zu begangenen Fehlern zu stehen. Jener Christian Wulff hatte schon vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten genügend „Leichen im Keller”. Bekannt waren diese auch vor seiner Wahl. Nur, dass diese Leichen eher landespolitischen, im Grunde  eigentlich regionalpolitischen Charakter hatten. Wirklich aufgeregt hatte dies niemanden. Auch nicht die Tatsache, dass Wulff zu Fehlern je von sich aus Stellung genommen hätte. Niemanden von den Wahlmännern und Wahlfrauen der Bundesversammlung. Am Ende bekam Wulff im dritten (!) Wahlgang 625 Stimmen und siegte gegen Joachim Gauck.</p>
<p>Wer sich die Mühe macht und mit einer der gängigen Suchmaschinen nach Begriffen wie „Präsidentschaftskandidat Wulff” oder nach „Wulff Gauck 2011″ sucht, wird in der Regel schnell mit den Schlagzeilen der deutschen Leitmedien konfrontiert.  In diesen Schlagzeilen und den dazugehörenden Artikeln wird Wulff ein ums andere Mal mit Gauck verglichen. Dennoch fühlt er sich von den Medien ignoriert. Ein Stimmungsbild des Junis 2010  liefert die Zeit in ihren Online-Ausgaben vom 22.  und 26. Juni 2010. Darin übt Wulff erst einmal Medienschelte und geht dann wenige Tage später auf dem kleinen Parteitag der CSU in Nürnberg in die Defensive, sprich Verteidigung. Etwas anderes hat Wulff im aktuellen Fall eigentlich auch nicht gemacht, nur auf einem etwas anderen Niveau: Im Juni 2010 handelte er noch als Kandidat, jetzt als Präsident. Was sich nicht geändert hat, ist der Mensch Wulff. Was sich ebenfalls nicht geändert hat, ist Wulffs Beziehung zu Merkel. Wulff war 2010 ihr Kandidat. Ob aus reinem machttaktischem Interesse Merkels oder aus tiefer Überzeugung sei dahin gestellt. Glaubt man dem Stern, war Wulffs Konkurrent Gauck 2010 auch Merkels <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/wulff-herausforderer-joachim-gauck-merkels-heimlicher-liebling-1571603.html" target="_blank">heimlicher Liebling</a>,</p>
<h3 style="text-align: center;"><strong><em>Medien„lieblinge” Lübke und Wulff</em></strong></h3>
<p>In der langen Liste der Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gibt es nur einen, der ein ähnliches Schicksal wie Wulff erlebt hat, was den Umgang mit den Medien betrifft: Bundespräsident Heinrich Lübke.  Auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung heißt es zu Lübke:  „<em>Gegen Ende der zweiten Amtszeit startete die DDR eine Kampagne gegen ihn, in der sie ihn wegen seiner Tätigkeit für das Architekturbüro Schlempp als „KZ-Baumeister” diffamierte. Diese Kampagne, die auch in der Bundesrepublik Deutschland aufgegriffen wurde, schadete dem Ruf Lübkes. Ein sofortiger Rücktritt verbot sich, da er als Schuldeingeständnis gedeutet worden wäre, ebenso wie ein langwieriges gerichtliches Vorgehen gegen die Verleumder, unter dem der Ruf des Amtes ebenfalls gelitten hätte. Diese Kampagne und der Verfall seiner Gesundheit brachten Lübke zu dem Entschluss, sein Amt zehn Wochen vor Ablauf der Amtszeit 1969 niederzulegen</em>.”  Auf dem Portal „Deutsche Bundespräsidenten” wird auf die Lübke zugeschriebenen verbalen Ausrutscher eingegangen und bei Wikipedia heißt es zur Beziehung Lübkes und den Medien, dass viele der Lübke in den Mund gelegten Zitate damals vom Spiegel erfunden worden seien. Das hatte der heutige konkret-Herausgeber und damalige Spiegel-Mitarbeiter Hermann L. Gremliza 2006 bekannt.</p>
<p>Nun kommt das System „Bild” ins Spiel. Erinnern wir uns: Im Jahr 2011 erschien eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung, die das Boulevard-Blatt aus dem Hause Springer nicht als Zeitung sondern als gefährlich für Deutschland markierte — sicherlich erfolgreich im eigenen Sinn als wirtschaftlich erfolgreiches Produkt, aber eher im Sinne einer fortlaufenden PR-Kampagne (Link zur <a href="http://www.bild-studie.de/" target="_blank">Bild-Studie</a>). Jetzt im Fortgang der aktuellen Wulff-Berichterstattung bezeichnete der ehemalige WDR-Intendant Friedrich Nowottny Bild allerdings als Nachfolge-Medium des Spiegels (im Gespräch mit Phoenix am 3. Januar, Youtubevideo, ab Minute 2.34) als „Themen-Setter”</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/tptyx0PodVE?rel=0" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Unterm Strich kommt ein seltsames Bild heraus: Auf der einen Seite wird beklagt, dass der höchste Mann im Staat nicht den hehren Ansprüchen gerecht wird, die von den Verfassungsvätern und –müttern mit diesem Amt verbunden wurden. Auf der anderen Seite scheinen die gängigen Leitmedien dieser Republik , gleich ob Spiegel in den 60-er Jahren, oder wie Nowottny es für die Gegenwart formuliert hat, die Bildzeitung und andere zum Springer-Verlag gehörende Blätter, es, wenn es um (eine) auflagenstarke Geschichte(n) geht, nicht immer genau mit der Frage nach der Eignung zu nehmen. Vor allem dann nicht, wenn es um Personen geht, die augenscheinlich nicht in das politische Profil einer sich eigentlich als p0litisch überparteilich und unabhängig bezeichnenden Presse passen.  Wie man es dreht und wendet: Ob ein Politiker sich tatsächlich etwas hat zuschulden kommen lassen ist das eine. Darüber zu entscheiden, ob er oder sie deswegen für ein Amt tragbar ist oder nicht, ist am Ende die Frage demokratischer Entscheidungsprozesse und falls eine rechtliche Verfehlung vorliegt, die entsprechende Würdigung durch die Justiz. Die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt zu stellen, sollte die Aufgabe der Journalisten sein. Dieser Zeitpunkt bestand vor der Wahl Wulffs zum Bundespräsidenten und nicht jetzt. Jetzt sieht es eher nach dem mehr oder minder herbei gesehnten Sturz eines ungeliebten Präsidenten aus.</p>
<p>Ob Wulff sich hält, hängt nun von dessen mentaler Stärke ab. Ob Wulff aus rechtlichen Gründen sein Amt verlieren könnte, ist fraglich. Dazu müsste sein Versuch, die Bildredaktion oder eine andere Redaktion unter Druck gesetzt zu haben, als Zensur gewertet werden. Denn das wäre ein klarer Verfassungsbruch. Und dies wiederum wäre die Grundlage für eine Präsidentenanklage nach Art 61. Ob Wulff einen Verfassungsbruch begangen haben könnte, ist allerdings nur von einer Institution festzustellen: Dem Bundesverfassungsgericht. Dass die Richter einen Zensurversuch allerdings als Verfassungsbruch werten, ist unwahrscheinlich.</p>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/2012/01/04/affare-wulff-vom-glauberg-nach-bellevue-bild-ungsland-deutschland-ein-zwischenruf-aus-mittelhessen/" rel="bookmark">Affäre Wulff: Vom Glauberg nach Bellevue — „Bild”-ungsland Deutschland — ein Zwischenruf aus Mittelhessen</a> zuerst publiziert auf <a href="http://www.mittelhessenblog.de">Mittelhessenblog</a> am 4. Januar 2012.</p>
 <p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=4632&amp;md5=32b7df6c5751de4c9ebf882f32ad40af" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mittelhessen: Zweiter Gefahrgutunfall bei Online Systemlogistik in Schlitz seit 2006</title>
		<link>http://www.mittelhessenblog.de/2011/12/24/mittelhessen-zweiter-gefahrgutunfall-bei-online-systemlogistik-in-schlitz-seit-2006/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 00:54:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph von Gallera</dc:creator>
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Das Lager des in Paderborn ansässigen Unternehmens liegt in der Vogelsbergstadt Schlitz, die zum Regierungspräsidium Gießen (Mittelhessen) gehört.  2006 hatte es das mit 8600 Quadratmeter größere Lager im Ortsteil Fraurombach getroffen. Diesesmal ist ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-flattr-button"></p><p><strong>Eilmeldung: Zum zweiten Mal seit 2006 hat sich in Schlitz auf dem zentralen Umschlagplatz der europaweit agierenden Online Systemlogistik ein Gefahrgutunfall ereignet.</strong></p>
<div id="attachment_4617" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2011/12/500px-Hazard_C.svg_.png"><img class="size-medium wp-image-4617" title="Vorsicht ätzend" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2011/12/500px-Hazard_C.svg_-300x300.png" alt="" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Gefahrensymbol für ätzende Substanzen nach der Richtlinie 67/548/EWG vom European Chemicals Bureau (Chemikalienfachstelle der EU)</p></div>
<p>Das Lager des in Paderborn ansässigen Unternehmens liegt in der Vogelsbergstadt Schlitz, die zum Regierungspräsidium Gießen (Mittelhessen) gehört.  2006 hatte es das mit 8600 Quadratmeter größere Lager im Ortsteil Fraurombach getroffen. Diesesmal ist es das Lager in Schlitz selbst, wie nh24 berichtet. Dieses Lager ist nach Unternehmensinformation 3700 Quadratmeter groß.<br />
Anders als am 15. Juli 2006 sind dieses Mal mehrere zum Teil schwer verletzte Personen zu beklagen, wie das Portal nh24 berichtet. Die Verletzten seien auf umliegende Krankenhäuser verteilt worden.</p>
<p>Vor fünf Jahren berichtete der Schlitzer Bote über einen Gabelstaplerunfall als mögliche Ursache. Damals, so heißt es dort, seien dank der „guten Schulung” der Mitarbeiter keine Menschen verletzt worden. 2006 war ein 1000 Liter-Fass mit einer Natriumdichromat-Lösung beschädigt worden. Für die <span class="domtooltips">Umwelt<span class="domtooltips_tooltip" style="display: none">Hier finden Sie mehr zum Thema <a href="/category/umwelt/">Umwelt </a></span></span> habe keine Gefahr bestanden. Bei Natriumdichromat handelt sich um eine krebsauslösende, hochgiftige Substanz, die unter anderem zur Holzimprägnierung verwendet wird. Bei dem Unfall 2006 hatte ein Fahrer der Firma direkt den Geruch bemerrkt und die Wehren alarmiert.</p>
<p>Bei dem aktuellen Unfall handelt es nach den Information von nh24 um ein 200-Liter-Fass, aus dem das ebenfalls hochgiftige Thionylchlorid entwichen ist. Diese Substanz wird für die Herstellung von Lithium-Thionylchlorid-Batterien verwendet, die sich wegen ihren langen Lagerfähigkeit gegenüber anderen Batterietypen durchgesetzt hat.</p>
<p>Online Systemlogistik ist nach eigenen Angaben ISO 14001 im Umweltmanagement zertifiziert. Das so genannte Hub-and-Spoke-System, dass das Unternehmen zusammen mit der Uni Paderborn entwickelt, wurde wegen seiner Umweltfreundlichkeit von der  Deutschen Bundesstiftung <span class="domtooltips">Umwelt<span class="domtooltips_tooltip" style="display: none">Hier finden Sie mehr zum Thema <a href="/category/umwelt/">Umwelt </a></span></span> gefördert. Die zentrale Leistung liege in der Reduzierung der jährlichen Transportkilometer um 120000 wegen der besseren Ausnutzung der Fahrzeuge.<br />
Einige der Partnerspeditionen des Unternehmens sitzen unter anderem in Herborn-Hörbach im westlichen Mittelhessen und im benachbarten Siegen in Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>Weiterführende Links:<br />
<a href="http://www.nh24.de/index.php/polizei/52104-mehrere-verletzte-bei-gefahrgutunfall-in-schlitz" target="_blank">nh24</a>, <a href="http://archiv.schlitzerbote.de/SBLokales.nsf/6095d2e43d693e794125671100543f07/2ab94b01e83526dcc12571ae005d7274?OpenDocument" target="_blank">Schlitzer  Bote</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lithium-Thionylchlorid-Batterie" target="_blank">Wikipedia</a></p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/2011/12/24/mittelhessen-zweiter-gefahrgutunfall-bei-online-systemlogistik-in-schlitz-seit-2006/" rel="bookmark">Mittelhessen: Zweiter Gefahrgutunfall bei Online Systemlogistik in Schlitz seit 2006</a> zuerst publiziert auf <a href="http://www.mittelhessenblog.de">Mittelhessenblog</a> am 24. Dezember 2011.</p>
 <p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=4615&amp;md5=75ce0471b81f3560c5366b2db4ccfe40" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Auf dem Weg nach Weihnachten in Mittelhessen: Von Krippen, Ganoven und Gnadenerlässen</title>
		<link>http://www.mittelhessenblog.de/2011/12/23/auf-dem-weg-nach-weihnachten-in-mittelhessen-von-krippen-ganoven-und-gnadenerlassen/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 20:46:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph von Gallera</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein zerschlagener Krippenweg,  ein Überfall auf eine Sparkassenfiliale, eine in ihrer Wohnung eingeschlossene 83-jährige, die Opfer eines Einbruchs wurde, und auf der anderen Seite ein gefasster dummer Mietbetrüger und Gnadenerlässe für hoffentlich geläuterte Ganoven: Weihnachten in Mittelhessen oder Auweianacht?

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Heiligabend, Weihnachten, alle Jahre wieder. Und das in wechselnden Formen und Traditionen seit rund 2000 Jahren. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-flattr-button"></p><p><strong>Ein zerschlagener Krippenweg,  ein Überfall auf eine Sparkassenfiliale, eine in ihrer Wohnung eingeschlossene 83-jährige, die Opfer eines Einbruchs wurde, und auf der anderen Seite ein gefasster dummer Mietbetrüger und Gnadenerlässe für hoffentlich geläuterte Ganoven: Weihnachten in Mittelhessen oder Auweianacht?</strong></p>
<p> </p>
<p> </p>
<div id="attachment_4609" class="wp-caption alignleft" style="width: 208px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2011/12/weihnachtsbaum.jpg"><img class="size-medium wp-image-4609" title="" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2011/12/weihnachtsbaum-198x300.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Weiße Weihnacht 2011– eher ein Traum? foto: Mittelhessenblog.de</p></div>
<p>Heiligabend, Weihnachten, alle Jahre wieder. Und das in wechselnden Formen und Traditionen seit rund 2000 Jahren. Eine lange Zeit. Wie die früheren Mittelhessen, also Römer, Kelten, Chatten um das Jahr 30, 40 die Erinnerung an Christus gefeiert haben, ob überhaupt — das ist nicht wirklich überliefert. Sondern als ständig wiederkehrende, dafür sehr effektive Sage im Buch der Bücher, der Bibel festgehalten. Gefeiert wird Jesus Christus, historisch gesehen ein Sozialrevolutionär mit einer Botschaft, die römischen Machthabern ebenso in den Ohren geklungen hat wie den jüdischen Händlern. Das Ende des  Mannes ist bekannt. Nur Heiligabend feiern wir seine Geburt — jedenfalls diejenigen von uns, denen der christliche Glaube noch etwas bedeutet. Ob er allerdings noch etwas bedeutet — Zweifel beim Blick in die Schlagzeilen des aktuellen Polizeiberichts des Polizeipräsidiums in Mittelhessen  kommen da schon auf. Auch beim Gedanken daran, dass vor der eigenen Haustür bislang Unbekannte einen mühevoll aufgebauten Krippenweg größtenteils zerstört haben. Nur: eine zentrale Botschaft der christlichen Lehre ist auch Hoffnung. Insofern auch die Hoffnung, dass auch Ganoven irgendwann die Erleuchtung kommt, dass es sich ehrlich am Ende doch besser lebt.</p>
<p><em>Die Geschichten hinter diesem Mittelhessenblog-Weihnachtsartikel:</em></p>
<p><strong>Die Krippenzerstörer in Fellingshausen</strong></p>
<p>Im Biebertaler Ortsteil Fellingshausen war vor vier Jahren von einem engagierten Fellingshäuser, Friedel Winter in mühevoller Arbeit ein beliebter Wanderweg zum ersten Mal mit verschiedenen Krippenstationen eingerichtet worden. Aus Tannenzapfen, Holz,  Moos, Zweigen, kurz allem was in der Natur an Werkmaterial vorkommt, hatte Winter immer im Abstand von einigen Metern diese Stationen mit seinen Helfern aufgebaut. Ehrenamtlich, ohne Geld dafür zu bekommen oder zu verlangen, einfach nur, um so ein Symbol für die Adventszeit zu setzen und ein wenig etwas für die Dorfverschönerung zu tun. Nun ist das eingetreten, was Skeptiker bereits 2008 befürchtet hatten: Rund ein Drittel der mehr als 40 Stationen ist zerstört worden. Abgesehen von der Tatsache, dass sich hinter solch einem Handeln eine vollkommene Missachtung der geleisteten Arbeit steht, kommt noch erschwerend dazu, dass anscheinend die Botschaft, die mit der Adventszeit verbunden ist, ebenfalls mit Füßen getreten werden soll.  Diese Tat ist insgesamt genauso unverständlich wie die Zerstörung eines Waldwohnzimmers des evangelischen <a title="Sinn­lose Zer­stö­rung von Waldwohnzimmern" href="http://www.mittelhessenblog.de/2010/09/08/sinnlose-zerstoerung-von-waldwohnzimmern/">Kindergartens</a> im September 2010.</p>
<p><strong>Himmlische Heerscharen und verhinderte Bankräuber in Burkhardsfelden</strong></p>
<p>In Burkhardsfelden, einem Ortsteil der Gießener Ostkreis Gemeinde Reiskirchen versuchten sich zwei Männer als Bankräuber und suchten sich als Ziel die dortige Sparkassenfiliale aus. Im Polizeibericht ist davon die Rede, dass sie sich an die zwei Bankangestellten herangeschlichen hatten, als diese nach  Feierabend ihre Filiale verlassen wollten. Dabei versuchten sie ihnen, von hinten den Mund zuzuhalten. Einer der Angestellten konnte sich aber befreien und um Hilfe rufen. Davon wurden die verhinderten Bankräuber in die Flucht geschlagen und werden nun von der Polizei gesucht. Wer übrigens dazu etwas sagen kann, den bittet die Polizei um Anruf (Kripo Gießen: 0641/7006–2555,  die Tatzeit war am 21. Dezember gegen 18.30 Uhr).</p>
<p>Abgesehen davon, dass Banken heute in der Regel nur mit Zeitschlössern ausgerüstete Tresore besitzen, sind kleine Filialen ohnehin aus Sicherheitsgründen nur mit kleinen Mengen Geld ausgestattet, wie ein Bankmitarbeiter im Zuge einer früheren Recherche der Mittelhessenblog-Redaktion mitteilte. Auf die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen würden Bankbesucher ohnehin mit Aufklebern und Hinweisschildern aufmerksam gemacht. Insofern fragt sich, welcher Teufel die beiden verhinderten Bankräuber geritten hat. Den Bankangestellten dürften sie einen ordentlichen Schrecken eingejagt haben. An der Stelle kann man ihnen nur gratulieren, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Insofern hatten beide noch Glück im Unglück. Mit Blick auf die Adventszeit sei die Frage erlaubt, ob möglicherweise an diesem Tag ganze himmlische Heerscharen unterwegs waren, um den beiden Bankangestellten zumindest aus dieser mißlichen Lage zu helfen.</p>
<p><strong>Alte Frau in Linden wird vom Angehörigen befreit</strong></p>
<p>Nur weil ein Angehöriger gleich Verdacht geschöpft hat, wurde eine 83-jährige Frau in Linden, ebenfalls Landkreis Gießen, am 22. Dezember abends aus einer mehr als unangenehmen Lage in ihrer eigenen Wohnung von der Polizei befreit. Was war geschehen? Die alte Dame hatte offensichtlich nichtsahnend zwei bis drei Männern ihre Wohnung geöffnet. Die sperrten sie in ihr Badezimmer und durchsuchten anschließend ihre Wohnung, berichtet die Polizei.  Was die Einbrecher erbeutet haben, stand allerdings noch nicht fest. Aber auch die 83-jährigen Frau hatte in ihrer Lage noch Glück: Wie es heißt, habe sie zwar geschwächt auf dem Badezimmerboden gelegen, im Krankenhaus seien aber keine Verletzungen festgestellt worden. Dennoch muss man auch hier feststellen, dass die Tat an sich noch ein Stück verwerflicher ist als der Banküberfall: Die Ahnungslosigkeit der Frau auszunutzen und in Kauf zu nehmen, dass sie sich möglicherweise zu Tode erschreckt — in des Wortes tiefster Bedeutung.  Auch in diesem Fall bittet die Kripo Gießen um zweckdienliche Hinweise, Tatzeit 22. Dezember 2011, Linden,  Am Mühlberg.</p>
<p> </p>
<p><strong>Dummer Mietbetrüger aus Dillenburg wird vom Amtsgericht Bayreuth über Weihnachten und Neujahr eingesperrt</strong></p>
<p>Ein 29-jähriger Mann hat über die Weihnachtsfeiertage und Silvester Zeit, auf Staatskosten hinter schwedischen Gardinen über seine Verfehlungen nachzudenken. Zu verdanken hat er diese staatlich verhängte Denkpause dem Amtsgericht in Bayreuth. Was hat Bayreuth mit Mittelhessen zu tun? Nun: Der Mann war mit seinem Auto der bayrischen Polizei während einer Autobahnkontrolle bei Bayreuth  ins Netz gegangen.  Das Dumme war nur: Der Wagen war geklaut. Mit diesem Wagen war der Mann, der zuletzt im niedersächsischen Goslar im Westharz gewohnt hatte, schon seit Dillenburg unterwegs. Dort hatte sich der 29-jährige in einem Hotel eingemietet und blieb die Zeche schuldig. Das war schon vom 15. auf den 16. Dezember geschehen. Dumm nur für ihn, dass sein Name bekannt war, seine Fingerabdrücke auch und das Kennzeichen des Autos. Denn so konnte die Polizei feststellen, dass der Wagen vor kurzem erst in Appenweier am 12. Dezember gestohlen worden war. Mit diesem Auto jedenfalls hat sich mietbetrügende Autodieb dann aus Dillenburg aus dem Staub gemacht, geriet bei Aschaffenburg in eine Radarkontrolle ohne dingfest gemacht zu werden und der Polizei am Ende am 21. Dezember in Bayreuth doch ins Netz ging. Der Haftrichter schien anscheinend der kriminellen Energie des Endzwanzigers nicht wirklich amüsiert zu sein und entschloss, auch vor dem Hintergrund, dass der Mann zur Zeit keinen festen Wohnsitz hat, diesen in Untersuchungshaft zu stecken, über Weihnachten und Neujahr. Im Früjahr soll ihm dann der Prozess gemacht werden. So jedenfalls berichtet dies Polizeipressesprecher Ernst-Walter Schramm aus Dillenburg.</p>
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<p><strong>Hessischer Justizminister begnadigt 170 Gefangene zu Weihnachten</strong></p>
<p>Für sich selbst spricht diese Meldung aus dem hessischen Justizministerium. Verblüffend ist allerdings auch die Offenheit, mit der diese Gnade zwischen den Zeilen begründet wird.  Jeder Hafttag kostet den Staat und damit am Ende den Steuerzahler 105,93 Euro, insgesamt in zehn Tagen rund 180081 Euro. Bleibt nur die Frage: Werden die Häftlinge tatsächlich entlassen als Belohnung für ihre während der Haft geleisteten Arbeit oder weil es die Kassen entlastet oder weil Weihnachten ist?</p>
<p><em>Pressemitteilung des Hessischen Justizministeriums</em></p>
<p>„Im <span class="domtooltips">Rahmen<span class="domtooltips_tooltip" style="display: none">Hier finden Sie mehr zum Thema <a href="/category/umwelt/">Umwelt </a></span></span> der alljährlichen Weihnachtsgnade wurden in diesem Jahr voraussichtlich 170 Häftlinge vorzeitig entlassen”, wie Justizminister Jörg-Uwe Hahn bestätigte: „In Frage kamen Gefangene, deren Haftzeit ohnehin bis zum 05. Januar geendet hätte. Mit diesem Gnaden-Erlass, der in den meisten Bundesländern üblich ist, wollen wir den Menschen die Möglichkeit geben, die Feiertage im Kreise ihrer Familien zu verbringen. Und wir wollen Ihnen die Rückkehr in die Freiheit erleichtern.” Im Einzelfall prüft die Staatsanwaltschaft als Strafvollstreckungsbehörde, wer sich als „gnadenwürdig” erwiesen hat. Unterkunft und Lebensunterhalt müssen sichergestellt sein. Die Gnade ist auch eine Anerkennung für die Arbeit, die der Gefangene im Vollzug geleistet hat. Die genaue Zahl steht erst zu Beginn des neuen Jahres fest, wenn die Meldungen aller Staatsanwaltschaften vorliegen. Die „Weihnachtsgnade” hat auch ihre wirtschaftliche Seite. Ein Hafttag schlägt mit rund 105,93 Euro zu Buche. Wenn pro Häftling zehn Tage erlassen werden, so kommen bei etwa 170 Häftlingen rein rechnerisch fast 180.081 Euro Ersparnis zusammen. In den 16 hessischen Justizvollzugsanstalten saßen zum Stichtag 30. November 4772 Häftlinge ein. Davon befanden sich 902 in Untersuchungshaft.</p>
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<p>Eine ungewöhnliche Vorweihnachtsgeschichte? Vielleicht. Aber welcher Tatsache hat die Weihnachtsgeschichte, wie sie in vielen Krippenspielen nach der Bibel erzählt wird, ihre Entstehung zu verdanken? Am Ende der Tatsache, dass Jesus Eltern Maria und Josef auf der Suche nach einer Bleibe dank der Hartherzigkeit der meisten Herbergswirte in Bethlehem in jenem Stall landeten, wo Jesus Christus geboren wurde. Aus dieser Hartherzigkeit wurde am Ende die Religion geboren, die, wenn sie ernst genommen wird, möglicherweise den Starken darin erinnert, dass er mit seiner Stärke dem Schwachen helfen kann. Und vielleicht daran, dass wenn sich viele verbinden, sie zusammen stark sein können und so den Schwachen in ihrer Mitte vor der eigenen Haustür helfen können. Nicht nur zu Weihnachten. Sondern übers ganze Jahr verteilt.</p>
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<p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/2011/12/23/auf-dem-weg-nach-weihnachten-in-mittelhessen-von-krippen-ganoven-und-gnadenerlassen/" rel="bookmark">Auf dem Weg nach Weihnachten in Mittelhessen: Von Krippen, Ganoven und Gnadenerlässen</a> zuerst publiziert auf <a href="http://www.mittelhessenblog.de">Mittelhessenblog</a> am 23. Dezember 2011.</p>
 <p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=4593&amp;md5=49f5e41f7d708739c3598d02e93ee0ef" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Einer der großen Deutschen ist tot: Horst-Eberhard Richter — Ein persönlicher Nachruf aus Mittelhessen</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 18:30:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph von Gallera</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-flattr-button"></p><p><strong>Noch ein Nachruf? Reicht das nicht, wenn das die großen Medien erledigen? Ich finde nicht. Denn die Person Horst-Eberhard Richter hatte vom damals ewig weit weg scheinenden Gießen während der Schulzeit auch in die kleine Vogelsbergstadt Lauterbach ausgestrahlt. Außerdem gehörte der 1923 geborene Richter zur Generation der Männer, die als 17-jährige, 18-Jährige gerade noch eben Schüler in das Grauen gestürzt wurden, das Millionen das Leben kosten und viele zwar physisch überleben, aber sie Zeit ihres Lebens seelisch zeichnen sollte: Die Tötungsmaschinerie des Zweiten Weltkriegs, der mit normalen menschlichen Maßstäben nicht zu erklärende Irrsinn der Vernichtunglager der Nazis. Gut 20 Jahre danach war es speziell das Gebiet zwischen den Höhen des Lahn-Dill-Berglands, der Wetterau und um die Gebirgszüge des Vogelsberg das im Zentrum des Beginns des angenommenen Dritten Weltkriegs liegen sollte. Bis 1990. In diesem Gebiet wirkte Richter, nicht nur als Psychoanalytiker, sondern als d e r intellektuelle Kopf der westdeutschen Friedensbewegung.<br />
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<p>Heute sind es zwar nicht millionenmordende Kriege, über Vernichtungslager ist ebenfalls nichts bekannt, aber die Kriege im Kosovo oder Afghanistan haben inzwischen ebenfalls Eltern ihre Kinder genommen, Kindern ihre Väter, den Bruder, Freund, Frauen den Mann. Stimmen, die friedvolles Miteinander anmahnen, gehen mitunter verloren im Chor derjenigen, die kraftvolles Auftreten durchaus als gangbare Alternative sehen, ihre Ziele durchzusetzen. Der Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist klammheimlich wieder salonfähig geworden.</p>
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<div id="attachment_4586" class="wp-caption alignleft" style="width: 222px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2011/12/Horst-Eberhard-Richter-2009-04.jpg"><img class="size-medium wp-image-4586" title="Horst-Eberhard Richter" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2011/12/Horst-Eberhard-Richter-2009-04-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">von Sigismund von Dobschütz (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Blick zurück:</strong> Es gab kaum ein großes Thema der 70-er  und 80-er Jahre, dass nicht im Sozialkundeunterricht, später im Gesellschaftskundeunterricht, durchgekaut wurde: Vietnam, Israel, die Sandinista, Pinochet, die zentralafrikanischen Dikatoren, aber auch in direkter Nähe: Die Bedrohung durch das Fulda Gap. Wer nicht aus Hessen stammt, generell seine Kindheit und Jugend nicht direkt in der Nähe des Eisernen Vorhangs verbracht hat oder keine Verwandten in der damaligen DDR hatte, die er gern besucht hätte, kann dies vielleicht nicht nachvollziehen. Aber immer dann, wenn gerade einmal wieder sowohl die Nato wie die Warschauer Paktstaaten mit den Säbeln rasselten, machten schnell Gedanken die Runde: So jetzt isses soweit, bald fliegen wohl die ersten Raketen. Dass dieses Gefühl nicht trog, belegen unter anderem die Pläne, die auf der<a href="http://www.1-33rdar.org/Fuldagupbp.htm" target="_blank"> Seite </a>der dritten US-Panzerdivision„Spearhead” (deutsch: Speerkopf) aus Gelnhausen einzusehen sind. Das Szenario, das dort entwickelt wird, lässt noch im Nachhinein schaudern: Einsatz nuklearer Sprengköpfe, wenn auch mit begrenztem Radius. Die diversen Standorte lassen sich  an Hand des zur Verfügung gestellten Kartenmaterials erkennen.</p>
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<div id="attachment_4577" class="wp-caption alignleft" style="width: 247px"><a href="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2011/12/brdddr.png"><img class="size-full wp-image-4577" title="" src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/uploads/2011/12/brdddr.png" alt="" width="237" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Die ehemalige innerdeutsche Grenze</p></div>
<p style="text-align: justify;">In die gleiche Zeit fallen die Politik der Raketendoppelbeschlüsse, die Proteste gegen Atomkraftwerke und das geplanten Endlager Gorleben. Themen, die in der Schule immer wieder mit Thesen Richters unterfüttert wurden. Eine der wichtigsten Thesen war, dass der moderne westliche Mensch immer mehr drohe, die gewachsenen Fundamente des Glaubens als ethischem Grundgerüst zu verlieren und das Vakuum, das dabei entsteht, durch eine immer mehr zunehmende Fortschritts– und Technikgläubigkeit, insbesondere durch eine Naturwissenschaftsgläubigkeit ersetze. Darin sah Richter schon in den Endsiebzigern einen drohenden Werteverfall. Der geborene Berliner Richter sah damals schon die sich abzeichnende „geistig-moralische” Wende vorher, deren Zeitgeist sich mit entsprechenden Werbestreifen wie „Mein Magnum und ich”  äußerte oder ebenfalls in einer Versicherungswerbung , die dazu einlud, sich als junger gut verdienender Mensch künftig nicht mehr um die eigenen Eltern zu kümmern, sondern um das eigene Wohlergehen. Dass Werbung ohnehin den Egoismus als Botschaft schon längst vereinnahmt hat, schreibt Stefan Petersen in seinem Blog <a href="http://www.web-ideas.de/fisch-oder-fleisch/social-egoismus/" target="_blank">Web-Ideas</a>. Worauf Richter  in den Endsiebzigern mit seiner These hinwies, hat nun wenige Tage nach seinem Tod ungeahnte Aktualität erfahren. Das Heidelberger Sinus-Institut hatte in einer Umfrage untersucht, wie evangelische und katholische Kirchenmitglieder zu ihrer Kirche stehen und was Religion und Glaube für sie bedeuten. Danach wollen rund eine Million aus den beiden Kirchen austreten. Der Studie zufolge sind evangelische mit 32. Prozent eher zum Austritt bereit als Katholische mit 1,6 Prozent. Rund 40 Prozent der Deutschen halten aber weiterhin für sinnvoll, ihre Kinder im Sinne von Glauben und Religion zu erziehen.  Mit welcher Akzentsetzung diese Nachricht von den Medien verbreitet wird, zeigen die Beispiele der Onlineausgabe der <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13778497/Eine-Million-Deutsche-wollen-aus-der-Kirche-austreten.html" target="_blank">Welt</a> und des <a href="http://www.domradio.de/news/78703/umfrage-eine-million-menschen-ueberlegen-aus-kirche-auszutreten.html" target="_blank">Domradio</a>s</p>
<p style="text-align: justify;">Heute gibt es zwar längst nicht mehr das Fulda Gap. Dafür drohen in absehbarer Zeit Verteilungskämpfe um die Ressourcen dieser Welt. Welche Folgen der Kampf um den Erhalt des Euro und die politische Idee Europa haben werden, ist noch nicht klar. Klar ist aber auf jeden Fall, dass die Ideen Richters zum Erhalt des Friedens nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Sein Körper mag nun nach 88 Jahren den Dienst für einen wachen Geist aufgegeben haben. Wenn es aber heißt, dass ein Mensch erst dann wirklich tot ist, wenn niemand mehr an ihn denkt und nicht mehr von ihm spricht, dann wird Horst-Eberhard Richter sicherlich noch sehr lange leben.</p>
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<p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/2011/12/21/einer-der-grosen-deutschen-ist-tot-horst-eberhard-richter-ein-personlicher-nachruf-aus-mittelhessen/" rel="bookmark">Einer der großen Deutschen ist tot: Horst-Eberhard Richter — Ein persönlicher Nachruf aus Mittelhessen</a> zuerst publiziert auf <a href="http://www.mittelhessenblog.de">Mittelhessenblog</a> am 21. Dezember 2011.</p>
 <p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=4564&amp;md5=b18117c1831405421fb204f0e1e3b493" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stimmen aus Mittelhessen zum Rücktritt von FDP-Generalsekretär Lindner: „Wir Ehrenamtler  sind die Leidtragenden dieser Politik”</title>
		<link>http://www.mittelhessenblog.de/2011/12/14/stimmen-aus-mittelhessen-zum-rucktritt-von-fdp-generalsekretar-lindner-wir-ehrenamtler-sind-die-leidtragenden-dieser-politik/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 19:47:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph von Gallera</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Nachricht ist eingeschlagen wie eine Bombe: FDP-Generalsekretär Christian Lindner tritt überraschend zurück. In den überregionalen Medien lief die Nachricht online direkt an die Spitze. Was der Kurs des kleinen Koalitionspartners in der Bundesregierung aber an der Basis mit den ehrenamtlichen Kommunalpolitikern und den Mitgliedern macht, in diesem Fall in Mittelhessen, wollte das Mittelhessenblog ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-flattr-button"></p><p><strong>Die Nachricht ist eingeschlagen wie eine Bombe: FDP-Generalsekretär Christian Lindner tritt überraschend zurück. In den überregionalen Medien lief die Nachricht online direkt an die Spitze. Was der Kurs des kleinen Koalitionspartners in der Bundesregierung aber an der Basis mit den ehrenamtlichen Kommunalpolitikern und den Mitgliedern macht, in diesem Fall in Mittelhessen, wollte das Mittelhessenblog bei einer Umfrage unter den Vorsitzenden der fünf mittelhessischen Kreisverbände wissen. Antworten gibt es hier aus Gießen und dem Vogelsberg als Ergebnis direkter Telefonate. Von Jörg Behlen liegen Erklärungen aus seinem Facebook-Profil vor. Die Kreisverbände Limburg-Weilburg und Lahn-Dill waren bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt (19.12 Uhr) nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.</strong></p>
<p>In den mittelhessischen FDP rumort es schon länger. Am rührigsten sind dabei Mitglieder der beiden Kreisverbände Gießen und Marburg-Biedenkopf. Das Hauptwerkzeug, dessen  sich sowohl Anhänger der Linie der Bundesspitze wie auch Kritiker bedienen, ist dabei Facebook.</p>
<p>Der FDP-Kreisverband Gießen ist die politische Heimat eines mittlerweile als FDP-Urgestein geltenden Politikers: Dr. Hermann Otto Solms. In Marburg-Biedenkopf machte sich dagegen Jörg Behlen durch seine harten Kommentierungen zu den Bemühungen der Bundes-FDP  unter Philipp Rösler den Euro retten zu wollen, einen Namen. Behlen unterstützte dabei offen Frank Schäffler mit seiner Kritik am Bundesvorstand. Schäffler sammelte mit seinem Eintreten für einen Mitgliederentscheid  zum Eurorettungs-Schirm ESM bis zuletzt weitere Kritiker am Kurs des Bundesvorstands um sich. Am <a href="http://www.fdp-marburg-biedenkopf.de/Mitgliederentscheid-Schaeffler-Solms/9092c19559i1p472/index.html" target="_blank">4. Dezember</a> kam es zu einem gemeinsamen Auftritt Solms und Schäfflers in Marburg. Um noch einmal Argumente vor der Abgabefrist für die Unterschriftenaktion zum Mitgliederentschied auszutauschen, die am 13. Dezember ablief.</p>
<p>Die Art und Weise, wie dazu eingeladen wurde, sei ihm schon als hinderlich für die Sache aufgefallen, sagte der Vogelsberger Vorsitzende Dr. Bernd Stumpf aus Kirtorf gegenüber dem Mittelhessenblog. „In der Einladung stand, Solms und Schäffler treten gegeneinander an. Wenn dort gestanden hätte, sie sprechen miteinander, dann wäre das besser gewesen”, sagt Stumpf. Und bekennt offen, erst zur Position Schäfflers gestanden zu haben, auch zur Idee des Mitgliederentscheids. Als ihm aber klar wurde, dass Schäffler „emotional argumentiert”, habe er schließlich Schäfflers Kurs nicht mehr stützen wollen. Wie Stumpf meint, hätten Lindner und Rösler es sehr schwer gehabt, den Karren FDP aus dem Dreck zu ziehen. Die  Bundespolitik habe sich zumindest auf das Mitgliederverhältnis nicht negativ ausgewirkt. „Wir sind 150. Daran hat sich in dem Jahr nichts geändert.”</p>
<p>Schärfere Töne kommen aus dem Landkreis Gießen. Dort, in Solms Heimat, sind sich der dortige Vorsitzende Andreas Becker und die Geschäftsführerin des Kreisverbands, Andrea Kaup, einig: Das Verhalten Röslers sei eine Ohrfeige: Sowohl für die Anhängerschaft Schäfflers, wie auch für das Lager, das Solms vertritt. So könne man nicht miteinander umgehen. Beide zielen auf Röslers Prognose, der Mitgliederentscheid werde ohnehin scheitern, weil nicht genügend Stimmen zusammenkommen würden. Im benachbarten Vogelsbergkreis wird Röslers Äußerung indes nicht so hart bewertet.<br />
Für Becker, der seit 16 Jahren im Politgeschäft ist, ist die gegenwärtige Lage der FDP und auch der plötzliche Rückzug Lindners kein Grund, nun alles aufzugeben, frei nach dem Motto „Der letzte macht das Licht aus”. Seiner Überzeugung nach kann es für eine organisierte Form des Liberalismus nur die FDP geben. „Alle anderen Parteien decken immer nur Randgebiete ab.” Die Auswirkungen der Bundespolitik seien indes direkt spürbar. Zwar habe der Kreisverband rund 350 Mitglieder. Dennoch seien einige ausgetreten, gerade wegen der Debatte über den Mitgliederentscheid. Rund 5 Prozent hätten der FDP den Rücken zugekehrt.</p>
<p>In Marburg-Biedenkopf spricht Jörg Behlen auf seiner Facebook-Seite davon, dass Christian Lindner professioneller hätte handeln und die FDP in ihren gegenwärtigen Lage nicht hätte im Stich lassen sollen.</p>
<p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/2011/12/14/stimmen-aus-mittelhessen-zum-rucktritt-von-fdp-generalsekretar-lindner-wir-ehrenamtler-sind-die-leidtragenden-dieser-politik/" rel="bookmark">Stimmen aus Mittelhessen zum Rücktritt von FDP-Generalsekretär Lindner: „Wir Ehrenamtler  sind die Leidtragenden dieser Politik”</a> zuerst publiziert auf <a href="http://www.mittelhessenblog.de">Mittelhessenblog</a> am 14. Dezember 2011.</p>
 <p><a href="http://www.mittelhessenblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=4542&amp;md5=0aceae9178095a2ea703153201e9400f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mittelhessenblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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