23. Februar 2012

Mit­tel­hes­sen­blog in ande­ren Blogs

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Blog­ge­rei und Blog­jour­na­lis­mus leben unmit­tel­bar vom Echo der Außen­welt. Mit die­ser neuen Blog­seite doku­men­tiert das Mit­tel­hes­sen­blog eigene Akti­vi­tä­ten und Erwäh­nung des Mit­tel­hes­sen­blog auf ande­ren Blogs. Die Akti­vi­tä­ten sind in der Regel anlass­be­zo­gen. In Form von Gast­bei­trä­gen oder Kom­men­ta­ren. Aus aktu­el­lem Anlass ist der Blog­ein­trag bei Kenn­zei­chen Digi­tal zu wir-in-nrw der Auftakt.

30. April 2010: Blog­kom­men­tar bei Kenn­zei­chen Digi­tal zu wir-in-nrw

werte kol­le­gen,

blog­gen als jour­na­lis­ti­sche berichts­form in deutsch­land hat spä­tes­tens seit dem online­tag des deut­schen jour­na­lis­ten­ver­bands 2009 in mainz eine grö­ßere auf­m­nerk­sam­keit bekom­men. mit dem hed­des­heim­blog wurde in form eines soge­nann­ten werk­statt­be­richts diese form vor­ge­stellt, jour­na­lis­mus auf ein ande­res als bis­her gekann­tes niveau zu heben. Die offen­le­gung von quel­len, dass sich jeder eine mei­nung bil­den kann, ist sicher­lich bei wir-in-nrw ein wich­ti­ges instru­ment. indes gehört das auf­spü­ren von doku­men­ten (sofern sie mit lega­len mit­teln ver­füg– und auf­treib­bar sind) zu den wohl mar­kan­tes­ten kenn­zei­chen jour­na­lis­ti­scher blogs. je nach per­so­nel­ler aus­stat­tung und ein­bin­dung in andere pro­jekte, ver­sor­gen diese blogs mitt­ler­weile eine stei­gende zahl von lesern/hörern/zuschauern mit infor­ma­tio­nen, die sie in die­ser form von bis­her bekann­ten medien nicht prä­sen­tiert bekommen.

was die kol­le­gen des wir-in-nrw-blog auf lan­des­ebene betrei­ben, macht auf loka­ler ebene seit ver­gan­ge­nem jahr der kol­lege hardy proth­mann mit sei­nem hed­des­heim­blog vor. dort „mischt” er mit sei­nem blog die poli­ti­sche szene sei­ner gemeinde auf. sein blog publi­ziert täglich.

in weil­burg ist der kol­lege karl-josef schä­fer mit den weil­bur­ger nach­rich­ten in form eines im wochen-rhytmus erschei­nen­den blogs online gegan­gen. sel­ber betreibe ich seit mitte januar die­sen jah­res das mit­tel­hes­sen­blog. die kon­zepte allein die­ser drei genann­ten blogs mögen vom ansatz her unter­schied­lich sein, genauso die zeit­li­che und per­so­nelle aus­stat­tung. ver­bin­dend ist jedoch der jour­na­lis­ti­sche ansatz und (bei allen not­wen­di­gen quel­len– und informanten-schutz) die trans­pa­renz der jour­na­lis­ti­schen berichterstattung.

eine eigene redak­tio­nelle anmer­kung: ich habe lange über­legt, ob ich die­sen kom­men­tar schreibe. denn er soll nicht als kol­le­gen­schelte ver­stan­den wer­den. mir ist es aber wich­tig, das jour­na­lis­tisch geführte blogs, die es auch auf der regio­na­len oder loka­len ebene inzwi­schen gibt, die glei­che auf­merk­sam­keit erfah­ren, wie dies nun mit dem wir-in-nrw-blog geschieht. da diese blogs je nach aus­rich­tung von den eta­blier­ten print­me­dien als kon­kur­renz emp­fun­den wer­den könn­ten, sind bis­lang die ein­zi­gen ver­brei­tungs­for­men die mund-zumund-propaganda oder der schritt­weise im inter­net stei­gende bekannt­heits­grad durch kom­mu­ni­ka­ti­ons­wege wie twit­ter, news­re­a­der und andere mit­tel. es wäre viel­leicht ein eige­nes repor­ta­ge­thema wert, über jour­na­lis­ti­sche blogs als die neue infor­ma­ti­ons­form des jetzt zehn jahre alten 21.jahrhunderts zu berich­ten. der dem­nächst am 15. mai auf dem zdf-gelände statt­fin­dende süd­deut­sche jour­na­lis­ten­tag wäre sicher­lich eine gute gele­gen­heit, die ent­spre­chende kon­takte herzustellen.

mit kol­le­gia­lem gruß

chris­toph von gallera

mit­tel­hes­sen­blog­ger

ps: ich werde die­sen kom­men­tar auf mei­nem blog eben­falls ver­öf­fent­li­chen mit einem ver­weis auf kenn­zei­chen digi­tal und den bei­trag über das wir-in-nrw-blog

1. Juni 2010: Blog­kom­men­tar bei TheIntelligence.de zum Rück­tritt Horst Köh­lers als Bundespräsident

Rück­blick: Horst Köh­ler wurde von der CDU/FDP als Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat sei­ner­zeit ins Ren­nen gebracht, weil man dachte, Köh­ler sei leich­ter zu len­ken. Nun hat Köh­ler sich trotz man­cher Vor­lage für poli­ti­sches Kaba­rett doch poli­ti­scher gezeigt, als es man­chem aus den eige­nen Par­tei­rei­hen lieb gewe­sen ist. Köh­ler kann man eines sicher­lich nicht vor­wer­fen: Bestech­lich zu sein. Ob man ihm vor­wer­fen kann, das Schiff Deutsch­land zu ver­las­sen, in einem Augen­blick, in dem der See­gang rau­her wird, ist nicht sicher. Denn Köh­ler hat außer Lübke ein ande­res his­to­ri­sches Vor­bild, das ange­bracht erscheint: Otto v. Bis­marck, Kanz­ler des Deut­schen Rei­ches, hatte sich eben­falls ver­ab­schie­det, als er sah, dass Wil­helm II. gegen jede Ver­nunft eine Poli­tik ansteu­erte, deren Aus­gang hin­läng­lich bekannt ist, ein­schließ­lich der Lang­zeit­fol­gen. Köh­ler hat wie Bis­marck Wahr­hei­ten aus­ge­spro­chen, nur mit dem Unter­schied, dass Bis­marck es in letz­ter Kon­se­quenz nur mit einem Dienst­herrn zu tun hatte, mit dem er schließ­lich über Kreuz lag. Köh­ler dage­gen war Bun­des­prä­si­dent, somit der höchste poli­ti­sche Reprä­sen­tant des Staa­tes. Wenn er Wahr­hei­ten aus­sprach, dann in der Hoff­nung, mit den weni­gen Macht­be­fug­nis­sen sei­nes Amtes doch etwas bewir­ken zu kön­nen. Wird die­ses Amt dann infrage gestellt, durch ent­spre­chende Kri­tik, was blieb ihm noch, um zu demons­trie­ren, dass seine Kri­ti­ker einen Schritt zu weit gegan­gen sind. Bleibt zu hof­fen, dass die­ses Signal ver­stan­den wurde und die poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Öffent­lich­keit auch Wahr­hei­ten ver­trägt, die nicht in das Ras­ter der „poli­ti­cal cor­rect­ness” pas­sen. Denn offen­sicht­lich war der Hin­weis auf die Ver­tei­di­gung wirt­schaft­li­cher Inter­es­sen mit mili­tä­ri­scher Gewalt genau dies nicht. Wor­auf der Lotse von Bord ging.

6. Okto­ber 2010 bei Blog.Zeit von Jochen Bitt­ner zum Arti­kel „Deutsch und Mos­lem sein — geht das?

Liebe Zohra M., lie­ber Jochen Bittner,

zu einen finde ich den Weg, das Thema so in die Debatte zu brin­gen, recht gelun­gen. Die Reak­tio­nen recht­fer­ti­gen den Erfolg die­ses Schritts. Zum ande­ren ist die Ver­öf­fent­li­chung die­ser Mail auch begrüßenswert.

Die gegen­wär­tige Debatte, seien es nun Islam-Kritiker oder Islam-Befürworter, läuft m. E in die fal­sche Rich­tung, die Gründe dafür lie­gen m.E eben­falls wie­der in einer heute, bedau­erns­wer­ten man­geln­den Kennt­nis der euro­päi­schen Geschichte und Wech­sel­be­zie­hun­gen zur isla­mi­schen Kultur.

Einige Eck­punkte seien genannt: Das Emi­rat von Cor­doba im Früh­mit­tel­al­ter und die spe­zi­el­len Bezie­hun­gen zu Karl dem Gro­ßen, die in der Schlacht von Ron­ce­val­les ihren Höhe­punkt fan­den. Fried­rich II von Hohen­stau­fen: Mit ihm betrat im Spät­mit­tel­al­ter ein Herr­scher die poli­ti­sche Bühne, der auf bis dahin und soweit bekannt auch danach ein­zig­ar­tige Weise die damals bekannte westlich-europäische und arabisch-islamische Kul­tur zu ver­bin­den wusste. Von sei­nen Kon­tak­ten zu isla­mi­schen Wis­sen­schaft­lern, Wirt­schafts­grö­ßen und Poli­ti­kern sollte Europa ent­schei­dend pro­fi­tie­ren. Fried­richs erste Lebens­jahre fie­len indes in die Zeit der Rekon­quista, der Rück­er­obe­rung spanisch-maurischen Gebiets durch christ­li­che Herr­scher.
In der Neu­zeit stellt die Abwehr der Tür­ken vor Wien (1683) einen neu­er­li­chen Höhe­punkt der beson­de­ren Bezie­hung zwi­schen abend­län­di­scher und isla­mi­scher Kul­tur dar.
Gleich­zei­tig ent­wi­ckelte sich ein preußisch-türkischer Son­der­weg. Mit Fried­rich dem Gro­ßen gab es einen eben­falls wie­der für seine Zeit moder­nen Herr­scher, der die Maxime der unbe­ding­ten Reli­gi­ons­frei­heit aus­gab, solange nur die Men­schen sich nach den gel­ten­den Geset­zen richten.

Sicher mögen diese Punkte pla­ka­tiv sein und sicher stel­len sie nur einen klei­nen Aus­schnitt dar. Mir scheint aber, dass auch diese mar­kan­ten Eck­pfei­ler lei­der heute nicht mehr all­ge­mei­nes Bil­dungs­gut sind.

Blickt man aufs moderne Europa und die Wech­sel­be­zie­hung in den isla­mi­schen Kul­tur­kreis, so erge­ben eben­falls dif­fi­zile Bil­der: Aus eige­nem Erle­ben fällt mir der Kom­men­tar eines ehe­ma­li­gen Kom­mi­li­to­nen Mitte der 80′ Jahre ein. Er stammte aus einer ange­se­he­nen Juris­ten­fa­mi­lie aus Ankara und war in Deutsch­land, um das hie­sige Rechts­sys­tem ken­nen­zu­ler­nen. Er sagte damals recht tro­cken zu mir, er ver­stehe die deut­sche Poli­tik nicht. Wenn es so wei­ter­laufe “dann seid Ihr Deut­schen spä­ter nicht mehr in eurem eige­nen Land. Bei uns hätte man da schon längst die Not­bremse gezo­gen.” Ich muss dazu sagen, jener Kom­mi­li­tone war kein Mus­lim, son­dern Christ.

In jüngs­ten öffentlich-rechtlichen Fern­seh­bei­trä­gen kamen Repor­ta­gen über Mus­lime in Deutsch­land. Dabei ging es unter ande­rem um die Frage, ob eine Ver­bin­dung zwi­schen einem deut­schen Mann, der nicht Mus­lim ist, und einer Frau, die Mus­lima ist, über­haupt mög­lich sei, Dies wurde von den tra­di­tio­nell ein­ge­stell­ten Fami­lien abge­lehnt, mit der Begrün­dung, dass dann die Wei­ter­gabe isla­mi­scher Tra­di­tio­nen nicht gewähr­leis­tet sei. Umge­kehrt dage­gen sei es durch­aus mög­lich, dass ein Mus­lim ein Frau christ­li­chen Glau­bens hei­rate, da die gemein­sa­men Kin­der in der Regel dann auch wie­der Mus­lime wür­den. Gleich­zei­tig wurde aller­dings auch ein christlich-muslimisches Paar vor­ge­stellt, bei dem der Mann evan­ge­li­scher Pfar­rer ist und seine Frau Mus­lima, deren Kin­der wie­derum haben beide frei­ge­stellt, wel­che Rich­tung sie spä­ter ein­schla­gen wollen.

Es ist also keine ein­fa­che Debatte, die hier statt­fin­det. Sie sollte aller­dings nicht zur Radi­ka­li­sie­rung füh­ren, gleich in wel­chem Lager.

Chris­toph v. Gallera

12. Mai 2011 Refe­renz auf das Mit­tel­hes­sen­blog in einem Leser­kom­men­tar bei Zeit-Online

in einem Arti­kel von Tina Groll zum Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts im Umgang mit NPD-Aktivisten (Kün­di­gung).
Der Leser­kom­men­tar hat die lau­fende Num­mer 7

26. Mai 2011 Glauberg-Berichterstattung

Im Zuge der Glauberg-Berichterstattung wird das Mit­tel­hes­sen­blog als Refe­renz im Bild­blog im Arti­kel „wenn Rechte nach den Rech­ten sehen” genannt.

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